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Gemeinderatsbeschluss

Der Rasthof kommt



Foto: Erwin Linder
Im Bereich der Auffahrt Nord – nordöstlich der B30, südöstlich der Straße zum Wasserstall – soll das Sondergebiet mit Schnellrestaurant, Hotel garni, Tankstelle (mit acht E-Ladestationen und Shop) sowie Waschpark entstehen; auf der in der Sitzung gezeigten Karte ist das Gebiet rot eingekringelt.  

Bad Waldsee – In seiner Sitzung am vergangenen Montag (18.3.) hat der Gemeinderat mit großer Mehrheit dem Bau eines Rasthofes mit Systemgastronomie, Hotel, Tankstelle und Waschanlage zugestimmt.

Ist er notwendig oder nicht, will man ihn haben oder nicht, lohnt er sich oder nicht, brauchen wir einen MacDonald oder nicht – seit die Idee eines Rasthofes auf der grünen Wiese an der Ausfahrt Nord zum Industriegebiet Wasserstall und zum Golfresort gedacht und geplant wird, gibt es unter den Bürgern der Großen Kreisstadt eine heftige Diskussion um das Für und Wider.

Mit seinen diversen Beschlüssen hat der Gemeinderat aber schon lange vor der Sitzung am Montag den Weg für den Rasthof geebnet. Deshalb auch das mahnende Wort des OB an seine Räte, jetzt kein neues Fass aufzumachen. Schließlich ginge es auch um die Zuverlässigkeit und das Vertrauen der Geschäftspartner in schon gefasste Beschlüsse des Rates.

Kritische Worte kamen denn auch nur von der Grünen-Fraktion, die sich während des ganzen Vorhabens gegen das Projekt stemmte, es aber nicht aufhalten konnten. Jörg Kirn (Grüne) nannte die seit sechs oder sieben Jahren vorbereitete Planung so unnötig wie einen Kropf. Die Voraussetzungen hätten sich verändert und warum denn der Rat bei den geänderten Rahmenbedingungen keinen Mut für eigene Ideen hätte. Weil man immer nur von der Kritik der Grünen in den Medien lesen würde, stellte er die Frage an die anderen Fraktionen, wo sie denn den Mehrwert des Rasthofes  für die Stadt und die Bürger sehen würden.

Hier muss der Chronist festhalten, dass die Fraktionen und ihre Sprecher keine Antwort gaben oder wussten und in der Aussprache lediglich Maximilian Klingele (CDU) mit dem Hinweis auf die Verlässlichkeit als Vertragspartner und die Vorleistungen des Investors und Marc Hinder (FWV) auf das Entgegenkommen des Investors bei allen Fragen das Wort ergriffen.

Die Fragen Kirns nach Flächennutzung, den vielen Querungen des Radweges, des Lärmschutzes und der PV-Anlagen beantwortete Peter Natterer vom Fachbereich Bauen routiniert mit dem Hinweis auf die Einhaltung aller Vorgaben und Gesetze.

„Mit Fairtrade unvereinbar“

Lucia Vogel (Grüne) meinte, ein MacDonalds sei mit der Fair-Trade-Stadt, die Bad Waldsee ist, nicht kompatibel und wies auf den „Goldenen Geier“ hin, mit dem MacDonalds als Unternehmen mit der größten Umweltlüge ausgezeichnet wurde. Als Andreas Schuler (Grüne) mit dem Slogan „Big Mac statt Big School“ auf die Ablehnung der Aula für das Gymnasium durch den Rat hinwies, platzte dem OB der Kragen und er meinte, man solle jetzt doch nicht Äpfel und Birnen vergleichen und alles zusammen in einen Topf schmeißen.

Zum Leidwesen der Handvoll Demonstranten, die sich mit Transparenten, aber sonst unauffällig im Haus am Stadtsee eingefunden hatten und sicherlich zur Zufriedenheit des Investors hat der Rat das Projekt mit großer Mehrheit und ohne große Aussprache durchgewunken. Dagegen stimmten Jörg Kirn, Lucia Vogel, Andreas Schuler, Bianca Bittenbinder (alle Grüne), der Stimme enthielten sich Karl Schmidberger (SPD), Simone  Martin, Wilhelm Heine, Andreas Hepp (CDU), Oskar Bohner (FWV) und Markus Leser (Grüne).

Sondergebiet mit 23.500 Quadratmetern

In der Sitzungsvorlage wird das Projekt wie folgt beschrieben: „Der Geltungsbereich (…) umfasst eine Gesamtfläche von ca. 2,35 ha. Im Sondergebiet ist die Errichtung einer Tankstelle mit einem Tankstellenshop bis 180 qm Verkaufsfläche, ein Waschpark, eine Systemgastronomie mit bis zu 80 Sitzplätzen innen und bis zu 40 Sitzplätzen außen sowie ein dreigeschossiges Hotel garni mit bis zu 80 Zimmern und Konferenzräumen vorgesehen. Zusätzlich zu der Werbung an den einzelnen Gebäuden soll ein Werbepylon errichtet werden. Das Vorhaben soll in drei Bauabschnitten realisiert werden. Im Laufe dieses Jahres sollen die Detailplanungen erfolgen und im Laufe des nächsten Jahres mit dem 1. Bauabschnitt und der Linksabbiegespur begonnen werden.“
Erwin Linder

Gegen das Projekt Protestierende. Fotos: Erwin Linder

Unter Download finden Sie den detaillierten Lageplan (Verfasser im Auftrag der Stadt: Planwerkstatt a.B., Langenargen)



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