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Gewerbeentwicklung in Kißlegg

„Wir brauchen IKOWA“



Kißlegg – Mittwochabend, 15. Januar. Der Gemeinderat tagt im Esther-Saal des Neuen Schlosses Kißlegg. Thema: Arbeitsplätze in dem Mehr-Seen-Ort. Dabei berichtet Bürgermeister Dieter Krattenmacher, er habe mit Unternehmen gesprochen, die weitere Stellen schaffen wollen. Voraussetzung: Platz dafür.

„Wir haben von 30 Betrieben gehört, dass sie hier investieren und Arbeitsplätze schaffen wollen“, sagte Bürgermeister Krattenmacher. Insofern brauche Kißlegg jetzt keine „Deindustrialisierung“ zu befürchten. Allerdings seien neue Beschäftigungsverhältnisse nur möglich, wenn dafür tatsächlich mehr Platz bereit stünde. Aber: „Wir haben in Kißlegg keinen Quadratmeter Gewerbeflächen zur Verfügung.“ Ein Teil davon lasse sich womöglich zwischen Waltershofen und der Autobahn A 96 schaffen. Zu wenig, wie Krattenmacher erklärt. Wenn Kißlegger Betriebe hier mehr tun wollen, dann „geht das im Grund nur, wenn IKOWA kommt“. Also das „Interkommunale Gewerbegebiet Waltershofen“ südwestlich des Orts Richtung Wangen an der A 96.

Um dieses Gelände bemühen sich Amtzell, Aregenbühl, Kißlegg und Wangen schon seit Jahren gemeinsam. Kißlegg ist mit einem Anteil von 50 Prozent am Projekt IKOWA beteiligt, die anderen Gemeinden mit jeweils einem Sechstel. Aus Stuttgart kamen dagegen Ablehnungen. Inzwischen verhalte sich das anders. „Das Land sieht diesen Bedarf“, berichtet Bürgermeister Dieter Krattenmacher am Mittwochabend. Es habe mit den Behörden dort „Abstimmungsgespräche gegeben“.

Das Ergebnis der Gewerbeabfrage

Zuvor hatte die Öffentlichkeitsarbeiterin und Wirtschaftsbetreuerin des Rathauses, Nadine Schwarz, über die Gewerbe-Abfrage berichtet. Ziel: den Platzbedarf der örtlichen Unternehmen ermitteln. Demnach hatten Kißlegger Betriebe im November 2024 erklärt, sie benötigten Fläche auf 266.000 Quadratmetern Grund. Also 26,66 Hektar. Und zwar im Lauf der kommenden fünf Jahre. Schwarz: „Fünfzig Prozent der Befragten wollen neu bauen.“ Bürgermeister Krattenmacher ergänzte, dass Unternehmen in Kißlegg 2024 rund acht Millionen Euro Gewerbesteuer entrichtet hätten. „Das war ein Rekordjahr“, betonte der Rathauschef. CDU-Fratkionschef Christoph Dürr schließt aus all dem, „dass wir IKOWA dringend brauchen“.
Julian Aicher




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