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Gemeinderat Kißlegg beschließt Digitale Gästekarte

Kisslegg à la carte



Foto: Julian Aicher
Sie sorgen für günstige Wege nach und von Kißlegg (von links nach rechts): Philipp Reissmann (Firma Wilf), Birgit Kraft (Gemeinde Kißlegg), Petra Misch (Oberschwaben Tourismus GmbH / OTG).

Kißlegg – Mittwochabend, 9. Oktober, kurz nach 18.00 Uhr. Der Gemeinderat im Esther-Saal des Neuen Schlosses Kißlegg hört Petra Misch von der Oberschwaben Tourismus GmbH  (OTG) zu. Sie nennt beeindruckend viele Vorteile einer „digitalen Gästekarte“. Und erklärt auch gleich, wie sich das bezahlen lässt. Dazu heben alle Ratsmitglieder ihre Hand zum Ja.

84.170. So viele Gäste-Übernachtungen gab es 2023 in Kißlegg. Rund 10 % mehr als im Vor-Corona-Jahr 2019. Dieser Fremdenverkehr bringt Geld in de Mehr-Seen-Ort. Nämlich „jedes Jahr mehrere Millionen Euro“. Doch es könnten mehr sein, glaubt nicht allein Bürgermeister Dieter Krattenmacher.

Das Problem dabei: Vor allem im Winter lockt Kisslegg nicht unbedingt die Massen an. Das liege auch am Klimawandel. Krattenmacher: „So ganz so gut ist die Schneedecke hier nicht.“ Warum an kalten Wintertagen nicht in ein warmes Bad fahren? Von Kißlegg aus. Krattenmacher: „Es muss nicht jeder ein Thermalbad haben.“ Aber dann doch von Kißlegg aus günstig hinrollen können. Und zwar mit kostenlosen Bussen und Bahnen. Also mit dem Öffentlichen Personen-Nah-Verkehr (ÖPNV). Etwa vom Bahnhof Kißlegg aus. Das soll mit der geplanten neuen digitalen Gästekarte möglich werden.

Dieses kleine Ding dürfen Feriengäste in Kißlegg bald von ihren Übernachtungswirtschaften aus erhalten. Mit diesen Karten kann die Besuchs-Kundschaft dann ohne Zusatzzahlung an verschiedenste Orte in und um Kißlegg reisen. Mal ins Strandbad Obersee, mal zur Führung ins Neue Schloss, mal an den Bodensee, mal …

69 Chefs

Auf diese Idee – und ihre tatkräftige Vorbereitung jetzt – ist die OTG  „mächtig stolz“. So sagt’s am Mittwochabend im Kißlegger Gemeinderat Petra Misch. Sie leitet die Oberschwaben Tourismus GmbH (OTG) seit 2006. Zur OTG haben sich viele Orte im schwäbischen Oberland zusammengeschlossen. Misch: „Ich habe 69 Chefs“.

Einer von ihnen: Kißlegg Bürgermeister Dieter Krattenmacher. Ihm und vielen anderen Rathaushäuptern hat Petra Misch vorgeschlagen, dass Gäste mit der neuen „Card“ etwa kostenlos Back- oder Bierbraukurse besuchen oder vor Ort erfahren, was Moorschutz bedeutet. Auch kostenlose Fahrten zu anderen Reisezielen wie dem Bodensee sollen mit der „Card“ möglich sein.

Kurtaxe steigt von 1,10 € auf 2,10 €

Und wer soll das alles bezahlen? Die Feriengäste selbst. Genauer: über die Kur-Taxe. Sie beträgt in Kißlegg pro Person und Nacht 1,10 €. Künftig soll sie 1 Euro mehr pro Nacht betragen: dann insgesamt 2,10 €. Wer in entsprechenden Unterkünften Kißlegg übernachtet, zahlt die Kurtaxe bisher schon automatisch über die Hotel- oder sonstige Herbergs-Kosten. In diesen Gästehäusern gibt’s die neu geplante Card“dann ebenso automatisch – und ohne Zusatzkosten.

Der Gemeinderat von Kißlegg wurde also am Mittwochabend (9.10.) von seiner Rathausverwaltung gebeten zu beschließen, dass die Kurtaxe künftig um 1 Euro pro Nacht und Nase steigt – und mit diesem einen Euro pro Gast und Nacht die neue GästeCard bezahlt wird. 

„Uns gefällt das“

„Uns gefällt das“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Christoph Dürr dazu. Er hoffe, dass aus der geplante GästeCard dann auch bald eine BürgerCard für alle werde. Petra Misch bestätigte, darüber denke die Tourismus-Gesellschaft bereits nach. Kein Wunder, dass sich dann auch Freie-Wähler-Fraktionshäuptling Bernd Dux „total begeistert“ von den GästeCard-Vorhaben zeigte. Alle Mitglieder des Gemeinderats hoben schließlich ihre Hand zum Ja dazu, dass die Kurtaxe um 1 Euro steigt  – der dann der GästeCard zufließen soll. So kann sich der Mehr-Seen-Ort bald als „Kißlegg à la carte“ bei Reisefreudigen bekannter machen.
Julian Aicher




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