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Ein Schatz aus dem Haus Walser

Historisches Spielzeug – Hingucker in der Heimatstube



Kißlegg – Die diesjährige Sonderausstellung in der Heimatstube Kißlegg widmet sich ganz dem Spielzeug. Ausstellungseröffnung ist heute (24. März) um 14.00 Uhr. Ortsheimatpfleger Bernd Mauch hat uns diese Hinführung zur Ausstellung zukommen lassen:

Die ausgestellten Gegenstände kommen alle aus einem einzigen Haus in Kißlegg, das seit längerer Zeit im Dornröschenschlaf liegt. Das Haus Walser in der Kirchmoosstraße, nahe des Zellersees, ist ein ganz besonders Haus, das von 1715 bis 2015 von mehreren Generationen der Familie Walser, einer traditionsreichen Färber-, Fassmaler- und Spenglerfamilie, bewohnt wurde. Die letzte Bewohnerin, Klara Walser, lebt heute im Ulrichspark in Kißlegg.

So etwas hatten sonst nur reiche Leute

Nun stellt sich aber die Frage, weshalb ein solche Vielfalt von Spielzeug im Haus Walser vorhanden ist. Felix Walser heiratete 1926 Aloisia Gelle aus Wangen, eine Tochter der Haushalts- und Spielwarenhandlung Gelle in Wangen. Aus dieser Verbindung bekamen die Kinder des Ehepaars Walser eine Fülle von Spielwaren, die sich sonst nur reiche Leute leisten konnten. Wie sorgfältig und pfleglich die Walser-Kinder damit umgingen, zeigen uns heute die größtenteils gut erhaltenen Spielzeuge, die wir nun in unserer Ausstellung zeigen dürfen.

Das Spielzeug stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert bis zu den 70er-Jahren. Es werden Spielzeuge aus mehreren Epochen gezeigt, vorzugsweise aus der Zeit von 1920 bis 1950, aber auch ein paar neue Dinge. Mechanisches Blechspielzeug namhafter Hersteller wie KBN (Karl Bub), Tippco und Kraus-Fandor aus Nürnberg sowie der Firma GAMA (Georg Adam Mangold) aus Fürth, aber auch von vielen weiteren Herstellern. Besondere Raritäten finden wir in einer Vitrine mit vielen Elastolinfiguren der Firma Hausser, allesamt mit militärischem Hintergrund. Ergänzt wird diese Auslage durch Militärfahrzeuge und Geschütze (zum Teil schussfähig mit Zündplättchen und Gummi- und Holzgranaten), alles aus der Zeit vor und anfangs des Zweiten Weltkrieges.

Militärspielzeug wird heutzutage sehr kritisch beäugt, aber unsere Ausstellung soll den damaligen Zeitgeist widerspiegeln. Die Bevölkerung ging in früherer Zeit einfach unbefangen mit diesem Spielzeug um. Generationen von Familien sangen bedenkenlos mit ihren Kindern und Enkeln unter dem Weihnachtsbaum das 1835 von Hoffmann von Fallersleben verfasste Lied: „Morgen kommt der Weihnachtsmann, kommt mit seinen Gaben, Trommel, Pfeifen und Gewehr, Fahn’ und Säbel und noch mehr, ja ein ganzes Kriegesheer möchte’ ich gerne haben.“

Fotos: Bernd Mauch




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