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Leserbrief

Zähneknirschend



Zur Diskussion um den geplanten Turm im Ried

Es ist schade, dass das Motiv bei der Gemeinderats-Abstimmung am 16. September für einen Bürgerentscheid nicht der Wille war, den Bürgern selbst die Entscheidung in die Hand zu geben, sondern das Abstimmungsverhalten nur einer Logik folgte: Da die Aufhebung des ursprünglichen Turmbaubeschlusses auf keinen Fall in Frage kam, musste man eben zähneknirschend für einen Bürgerentscheid stimmen.

Kaum war die Entscheidung im Gemeinderat, der sich ausschließlich aus fraktionstreuen Turmbefürwortern (Freie Wähler, CDU-Fraktion, mirWurzacher und sogar die Grünen) zusammensetzt, gefallen, da begannen diese, sogleich ihre Wunden zu lecken und zum populistischen Gegenschlag mit sogenannten Informationsveranstaltungen und sich wiederholenden Leserbriefen auszuholen. 

Anstatt sich über ein urdemokratisches Verfahren wie den Bürgerentscheid zu freuen, zeigen sich die Turmbefürworter als ganz schlechte Demokraten und setzen nun mit ihren astronomischen Prognosen von Besucherströmen und florierendem Tourismus dank Wachturm auf geballte Medienpräsenz. Hoffentlich geht dem Hundertmeter-Läufer da nicht schon nach 20 m die Luft aus, der Bürgerentscheid folgt erst im Januar 25.

Gut, dass sich die Bürgermeisterin in der Gemeinderatssitzung von dieser Haltung deutlich distanziert hat mit dem Satz: „Ich kann mir ein schönes Wurzach auch gut ohne Turm vorstellen.“

Es scheint dem alten wie dem neuen Gemeinderat ein großer Dorn im Auge zu sein, dass die Bürger es sich erlaubt haben, ihr Votum zu hinterfragen und selbst über ein fragwürdiges Vorhaben entscheiden zu wollen. Die Ankündigung sogenannter Informationsveranstaltungen haben nur einen Zweck: Sie sollen die Behauptung belegen, dass die Turmgegner die Vorteile des Projekts einfach noch nicht verstanden hätten und deshalb noch mehr bearbeitet werden müssten. 

Tatsache ist, dass die  Turmgegner keineswegs schlechter informiert und auch nicht dümmer als die Befürworter sind, sondern sie stehen für mehr Nachhaltigkeit, sinnvollen Ressourceneinsatz und Naturschutz ein.
Gerhard Gschwind, Bad Wurzach




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