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Vom unvergessenen Fritz Harscher vor über 50 Jahren ins Leben gerufen

Stadtkapelle feierte mit Showprogramm und Musikcomedy ihr Bockbierfest



Foto: Ulrich Gresser
Die beiden Gstanzl-Sänger Wolfgang Grösser und Walter Strobel von der „Brandwachbegleitlöschzugsblaskapelle“ nahmen Stadtgeschehen und große Politik aufs Korn.

Bad Wurzach – Auch die diesjährige Auflage des Bockbierfestes sah wieder an den beiden Tagen wieder eine rappelvolle Turn- und Festhalle. Das vom unvergessenen Fritz Harscher vor über 50 Jahren ins Leben gerufene Fest hat im Jahreskalender seinen festen Platz erobert.

Das hat natürlich seine Gründe: Da wäre zum einen die mitreißende, von einer „kleinen“ Besetzung der Stadtkapelle unter Petra Springer dargebotene Stimmungsmusik, zum anderen aber auch die hervorragende Küche mit bayerisch-schwäbischen Schmankerln, die in Verbindung mit dem süffigen Bockbier den Abend bzw. den Frühschoppen am Sonntag zu einem lukullischen-musikalischen Erlebnis machte.

Und so war es kein Wunder, dass auch diesem Jahr Vorstandssprecher Wolfgang Grösser neben den Ehrenmitgliedern auch wieder zahlreiche Vereine wie die TSG-Schützen, die Feuerwehr, den Fanfarenzug, die DLRG, die Bähnlesfahrer mit großen Abordnungen begrüßen konnte. Einen besonderen Gruß entbot Grösser auch Bürgermeisterin Alexandra Scherer, die später im Rahmen des musikkabarettistischen Showprogrammes noch einige Spitzen serviert bekam.

Zum Auftakt der Bayerische Defiliermarsch

Standesgemäß wurde der Bockbierfestsamstagabend mit dem Bayerischen Defiliermarsch eröffnet, auf den noch viele Schätzchen der Blasmusik wie „Von Freund zu Freund“, „Unsere Reise“, „Böhmischer Traum“, „Auf der Vogelwiese“ oder „Dem Land Tirol die Treue“ folgten. Aber auch Ausflüge in die Sparten Pop und Schlager mit „Sweet Caroline“ oder Gold von ABBA stellten die Musiker vor keine Probleme. Dazu kamen noch mehrere Soloeinlagen, etwa die von Günther Herdrich, der mit seiner Tuba die laut Petra Springer sauschwere „Farmers Tuba“ blies oder die „Spatzenpolka“, bei der sich Brigitte Minsch und Hubert Fischer als Solisten an der Klarinette auszeichnen konnten.

Die Jungmusikanten als tanzender Trockenskikurs

Das obligatorische Showprogramm eröffneten die Jungmusikanten, die von Moderator Wolfgang Grösser als tanzende Pistenmusikanten beim Trockenskikurs angekündigt wurden und die am Ende natürlich nicht ohne Zugabe von der Bühne durften.

Oswin Butscher thematisierte bei seiner pfiffigen Ansage während der Umbauphase den Fachkräftemangel im Handwerk. Dem Sohn von Feuerwehrkommandant Rolf Butscher wurde gesagt, als die Berufswahl anstand: „Gang schdudiera, Du hosch eh zwoi linke Händ´.“

Der bockbiertrinkende Malermeister und die männersuchenden Weiber

Es folgte der zweiaktige Sketch, in dem der bockbiertrinkende Malermeister André Loritz hingebungsvoll das Vorhangstängele eines Toilettenhäuschens bearbeitet, dabei den furchtbaren Stress beklagt, der ihm kaum Zeit für sein geliebtes Bier lässt. Und der darüber glatt seinen Hauptauftrag, die Neubemalung des heiligen Crispinius, vergisst. Bis die Pfarrersköchin (Ida Vincon) ihn in die Realität zurückholt, denn in zwei Tagen steht das Patrozinium des Heiligen an, der dafür sorgen soll, dass die nichtverehelichten älteren Damen „no oin abkriegat“. Nach einer in Wurzach – nicht mehr sehr ausgiebigen – Kneipentour kommt dem Maler, dem klar wurde, dass er das nicht mehr schaffen würde, im „Scharfen Eck“ die rettende Idee: Er stellt sich als adonisähnlicher Heiliger einfach selbst in die Kirche, um sich „augenrollend“ die Bitten und Gebete der alten Jungfern anzuhören. Was dann für ihn und seinen Darsteller buchstäblich zu einer „heißen“ Angelegenheit wurde …

Die Gstanzl der Brandwachbegleitlöschzugsblaskapelle

Der Auftritt der „Brandwachbegleitlöschzugsblaskapelle“ mit ihrem Commodore Wolfgang Grösser in historischen Feuerwehruniformen brachte mit ihren ortsbezogenen Texten und toll-schräger Musik die ehrwürdige Festhalle zum Kochen. Weil die hochmusikalische Truppe bei der Erstellung des Feuerwehrbedarfsplan schlicht vergessen worden war, freute sich Grösser natürlich sehr, dass Pfarrer Maier ihnen die sonntägliche Kollekte versprochen habe.

Dann wurde es politisch: Weil zur Hitzefrei-Demo ein riesiges Polizeiaufgebot zehn Gestalten beschützte, polizeilicher Schutz bei der großen Fronleichnamsprozession aber nicht vorhanden war, solle die Kirchengemeinde doch vor der nächsten Prozession einfach eine Demo anmelden, dann wäre das kein Problem mehr.

Dass die Jungs dieser exerzierplatzgeschulten Truppe musikalisch etwas drauf haben, zeigten sie nicht nur an ihren Musikinstrumenten, sondern auch beim auf Feuerwehrschläuchen geblasenen Triumphmarsch aus der Oper Aida.

Im zweiten Teil des Auftrittes wurde die Brandwachbegleitlöschzugsblaskapelle zur Backgroundmusik, denn Wolfgang Grösser und Walter Strobel nahmen in ihren Gstanzln das Stadtgeschehen aufs Korn: Da wurden die Genossenschaftsbosse des Kurhauses zu den „Glorreichen Sieben“, da wurde das Lied „Oh du wunderschöner Turm vom Ried“ dargeboten, wobei das Lied rasch als Werbeblock der Freien Wähler in ihrem Wahlkampf zur Kommunalwahl enttarnt wurde, von dem sich die Sänger distanzierten. Aber auch die Regierenden in Berlin bekamen wie beim Politikerderblecken auf dem Nockherberg ihr großes Pfund Fett ab. Und es wurde auch die Frage beantwortet, „warum gibt es denn mehr Frauen als Männer unter de Leut. Ganz einfach, weil´s Unkraut viel besser gedeiht.“ Und an die Rathauschefin gerichtet: „In unserem Rathaus, do sei’s so schee, do isch a Kommen und Gehn, fatal, wenn mir die Falsche no hond, wenn doch dia ganze gute Leut gond.“

Auch nach dem Showprogramm hatten die Musiker/innen um Petra Springer noch einige musikalische Schmankerl und Einlagen für die Gäste parat: So musste das Publikum XXL-Ballone dauernd in der Luft halten, während die Kapelle „The Referees“ spielte, um zu verhindern, der Musik eine Runde zu spendieren. Trotzdem dürfte keiner der Musiker auf der Bühne verdurstet sein …

Wolfgang Grösser bedankte sich bei seinen zahlreichen Helfern in Küche und Service, teilweise aktive Musiker, teilweise auch Jungmusikanten, ebenso bei Freddy Holzmüller, der schon seit vielen Jahren die Bühnentechnik betreut.

Zum Frühschoppen am Sonntag spielte dann der Musikverein Seibranz auf und machte auch diesen neben dem lukullischen zu einem musikalischen Erlebnis.
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