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Stadt und Vereine boten Orientierung und Informationen

Rund 40 Neubürger besuchten den Empfang der Stadt



Foto: Ulrich Gresser
Reges Interesse hatten die Besucher an den Informationsflyern der Institutionen und Vereine.

Bad Wurzach – Bürgermeisterin Alexandra Scherer und Martin Tapper vom Bürgermeisteramt informierten im Rahmen des Neubürgerempfanges neu zugezogene Bürger über die geographische und politische Struktur, die wichtigsten Einrichtungen, Sehenswürdigkeiten und Feste der Stadt und über die zahlreichen Möglichkeiten, sich einem Verein anzuschließen.

Musikstücke der Jugendmusikschule

Musikalisch begleitet wurde der Empfang, den rund 40 Neubürger besuchten, durch drei Klavierschüler der Jugendmusikschule, deren neue Leiterin Eva Oberleitner selbst zu den Neubürgern zählt. Linda Weishaupt eröffnete den Empfang mit „Rushing leaves“, Maximilian Zerr spielte zwischen den beiden Vorträgen und Leni Angele setzte den musikalisch-würdigen Schlusspunkt.

Bürgermeisterin Scherer stellte ihre Stadt vor

Bürgermeisterin Alexandra Scherer freute sich in ihrer Begrüßung, dass so viele neue Bürger der Stadt der Einladung gefolgt waren, ehe sie mit ihrer kleinen Information begann. Bad Wurzach sei eine Gemeinde mit vielen Aspekten: Die 182 Quadratkilometer der drittgrößten Flächengemeinde Baden-Württembergs bestehen unter anderem zu 45 Quadratkilometer aus Wald, 103 Quadratkilometer werden landwirtschaftlich genutzt. Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche, die größer als das Fürstentum Liechtenstein ist, „nur sind wir nicht ganz so reich“. Neben dem Kernort gehören noch neun Ortschaften und insgesamt 234 Weiler und Wohnplätze zur Gemarkung Bad Wurzach. Mit berechtigtem Stolz wies sie auf die Sehenswürdigkeiten Schloss, Gottesbergkirche, Pfarrkirche St. Verena und Leprosenhaus mit Sepp-Mahler-Museum hin.

Seit 1950 mit dem Titel „Bad“

Bad Wurzach ist das älteste Moorheilbad Baden-Württembergs und trägt seit 1950 den Titel Bad. Es besitzt mit dem Wurzacher Ried ein mit dem Europa-Diplom ausgezeichnetes Naturschutzgebiet und kann mit dem Heilig-Blut-Fest die zweitgrößte Reiterprozession Mitteleuropas bieten.

Städtepartnerschaften

Bad Wurzach unterhält vier Städtepartnerschaften – seit 1988 mit Luxeuil-les-Bains in Frankreich, seit 2000 mit Wallingford (England) und Popielow (Polen) sowie seit 2002 die geschichtsträchtigste mit St. Helier auf der Kanalinsel Jersey.

Hoch angesehen: der Schiedel-Literaturpreis

Neben dem Heilig-Blut-Fest als größtem religiösen Fest ist ein weiteres kulturelles Highlight der alle zwei Jahre vergebene Friedrich-Schiedel-Literaturpreis, einer der höchstdotierten Literaturpreise Deutschlands. Preisträger waren unter anderem Golo Mann, der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt und der Historiker Herfried Münkler.

15.000 Einwohner

Dass Bad Wurzach als Zuzugsstadt beliebt ist, zeigt die Bevölkerungsentwicklung in den letzten 34 Jahren: Seit 1990 stieg die Einwohnerzahl von rund 13.800 auf 15.043 im Sommer 2024 (nach Zensus). Rund 4000 Sozialversicherungspflichtige erwirtschaften in den Branchen Maschinenbau, Handwerk, Handel, Kur/Gesundheit, Landwirtschaft und Verpackungsindustrie die entsprechenden Steuereinnahmen, mit denen die Stadt ihre Infrastruktur unterhält. Rund 400 Mitarbeiter sind bei der Stadt, in den Ortsverwaltungen, im Kurbetrieb, in Schulen und Kindergärten, der Bücherei, dem Bauhof und der Kläranlage beschäftigt.

Umfangreiche Kinderbetreuung, vielfältiges schulisches Angebot

Insgesamt gibt es für die Kinderbetreuung sechs städtische Kindergärten (inkl. zwei Kinderkrippen und einem Waldkindergarten) sowie sechs kirchliche Kindergärten. Bad Wurzach bietet das komplette Spektrum an Schulen: rund 2100 Schüler werden in 100 Klassen unterrichtet: In acht Grundschulen, dem SBBZ, einer Werkrealschule, einer Realschule und dem Gymnasium Salvatorkolleg. Dazu kommt noch die Volkshochschule sowie die Sprachheilschule in Arnach.

Das Ried

Neben dem mit dem Europa-Diplom ausgezeichneten Ried, aus dem nach dem Ersten Weltkrieg Brenntorf bis nach Stuttgart geliefert wurde – daran erinnert noch der damals daraus entstandene Stuttgarter See. Als Naturdenkmal liegen in ihm auch die Wurzeln für den Titel Moorheilbad: Bereits 1936 wurde von den Armen Schulschwestern im Kloster Maria Rosengarten das erste Moorbad abgegeben. Gemeinsam mit der Therme (100.000 Besucher im Jahr), der 2018 sanierten Moorbadeabteilung und dem 2020 sanierten Kurhotel bietet Bad Wurzach Erholungsuchenden echtes FeelMoor-Feeling. Mit dem 1985 eingerichteten Naturschutzzentrum, das für die Riedpflege zuständig ist, und dessen Erlebnisausstellung Moor-Extrem besitzt die Stadt seit 2013 neben dem Oberschwäbischen Torfmuseum ein Torfbähnle, das ins ehemalige Torfabbaugebiet fährt. Und unweit davon soll, wenn es nach dem Willen des Gemeinderates und des Naturschutzzentrums geht, bald ein Naturerlebnis- und Beobachtungsturm entstehen.

Reiches Vereinsleben

Martin Tapper – bei der Stadtverwaltung unter anderem für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig – gab danach einen kurzen Abriss über das Vereinswesen in der Stadt und den Teilgemeinden. Neben zahlreichen Sportvereinen gibt es in fast jeder Gemeinde einen Blasmusikverein, dazu einen Posaunenchor der evangelischen Kirche, aber auch viele Chöre (kirchlich wie weltlich), die sich über Verstärkung freuen würden. In jeder Gemeinde gibt es eine Feuerwehrabteilung, beim Feuerwehrhaus in der Stadt wird der Feuerwehrnachwuchs ausgebildet. Neben den verschiedenen Ortsvereinen von Hilfsdiensten wie DRK, JRK und DLRG gibt es zahlreiche weitere Vereine mit sozialer Ausrichtung: Den Krankenpflegeverein, Altenpflegeverein, eine Hospizgruppe, die Betreiber des Tafelladens, Herz und Gemüt oder Treffpunkt Asyl. Freunde des Bauerntheaters kommen in Arnach, Hauerz und Ziegelbach auf ihre Kosten. Insgesamt sieben Narrenzünfte pflegen in der fünften Jahreszeit das Fasnetsbrauchtum. Der Partnerschaftsverein pflegt die Verbindungen zu den einzelnen Partnerstädten.

Glaubensgemeinschaften

Im ökumenischen Miteinander arbeiten die vier christlichen Gemeinden zusammen: Bei Gottesdiensten, Friedensgebeten, Essen für alle und beim Kleiderladen Jacke-wie Hose. „Ich lade Sie ein, deren Angebote anzunehmen,“ schloss Martin Tapper seinen Vortrag.

Neben den christlichen Gemeinschaften gibt es auch eine starke muslimische Community.

Bei Fingerfoot und Getränken hatten die Neubürger danach Gelegenheit, mit den rund 30 Vertretern von Vereinen und Institutionen, den Gemeinderäten und Ortsvorstehern ins Gespräch zu kommen und das Willkommensgeschenk der Stadt am Informationstisch der Vereine und Institutionen in Empfang zu nehmen.
Viele Bilder in der Galerie



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Fotos: Ulrich Gresser

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