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Zwei Männer am Pult

Musik vom Feinsten beim diesjährigen Jahreskonzert des MV Ziegelbach



Foto: Uli Gresser
Bernd Schlosser und seine Musiker nehmen nach der erfolgreichen Konzertpremiere die Ovationen des begeisterten Publikums entgegen.

Bad Wurzach – Oliver Herz eröffnete mit dem inzwischen schon zur Legende gewordenen Konzertmarsch Abel Tasman von Alexander Pfluger aus dem Jahr 2003 schwungvoll das diesjährige Jahreskonzert mit dem Musikverein Ziegelbach. Im Mittelpunkt des Konzertes stand die Taktstockübergabe von Oliver Herz an Bernd Schosser („Der Wurzacher“ hat darüber schon berichtet; siehe „Lesen Sie hierzu auch…“ am Ende dieses Artikels).

Oliver Herz verabschiedete sich als Dirigent

Mit „In all it´s glory“ von James Swearingen aus dem Jahre 1989, dem Stück, mit dem die Ziegelbacher Musiker beim diesjährigen Wertungsspiel in Waltershofen in der Oberstufe mit hervorragendem Ergebnis abgeschnitten hatten, verabschiedete sich Oliver Herz als Dirigent vom Publikum im Dorfstadel. Die Komposition ist ein weiteres Meisterwerk des amerikanischen Komponisten, das schon sehr viele Musiker begeistert hat.

Nachfolger am Pult ist Bernd Schosser

Durchaus wörtlich zu nehmen ist der Titel „Overture of a new age“ von  Jan de Haan aus dem Jahre 1995, mit dem Bernd Schosser seinen Teil des Konzertes eröffnete. Mit ihm bricht für die Ziegelbacher Musiker tatsächlich eine neue Zeit an. Ein neues Zeitalter bricht an – eröffnet von festlichen Blechbläserfanfaren. Was wird die Zukunft bringen? In seinem Werk Overture to a New Age drückt Jan de Haan einerseits Vorfreude, andererseits aber auch das Bewusstsein, dass nicht alles so rosig ist, wie es manchmal scheint, aus. Letztendlich setzen sich jedoch Zuversicht und Hoffnung durch.

Mit dem tragischen Ende der „Hindenburg“, benannt nach dem deutschen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg, die eines der größten jemals gebauten Luftschiffe war, befasst sich die Komposition des österreichischen Komponisten Michael Geisler aus dem Jahre 2013. Der Zeppelin „Hindenburg“, wurde am 6. Mai 1937, gut ein Jahr nach der Jungfernfahrt bei der Landung in Lakehurst, New Jersey (USA) zerstört, als sich die Wasserstofffüllung des riesigen Rumpfes entzündete. 36 Menschen kamen dabei ums Leben.  Nach dieser schweren Kost hatten sich sowohl Musiker als auch das Publikum eine Pause verdient.

Die legendäre große Samstagabendshow „Musik ist Trumpf“ (1975-1981) wurde nicht nur durch den unvergessenen Peter Frankenfeld geprägt, sondern auch durch die mitreißende Titelmelodie von Heinz Gietz. Die Ziegelbacher Musiker präsentierten diese im Big-Band-Sound Arrangement von Manfred Schneider aus dem Jahre 2007. Wie es sich für eine gute Moderation gehört, hatten sich Reichle und Ernle etwas besonderes einfallen lassen: Während die Kapelle das Stück spielte, versuchten die Beiden über die Musik hinweg wie weiland Frankenfeld die Gäste im Dorfstadel auf die folgende Musikrevue einzustimmen.

Diese Melodie war nämlich nur der Anfang: Die Fortsetzung folgte nämlich mit den „Frank Sinatra Classics“ von Stefan Schwalgin aus dem Jahre 2018. Für den Arrangeur Stefan Schwalgin ist an der Musikpersönlichkeit Frank Sinatra besonders die Tatsache interessant, dass er ein echter „Orchesterfan“ war. Er hat sich stets von großen Ensembles aus hochkarätigen Musikern begleiten lassen – nicht nur von Big Bands, sondern auch oft von sinfonischen Besetzungen. Sinatra konnte es sich leisten, nur die allerbesten Arrangeure wie beispielsweise Nelson Riddle, Billy May, Don Costa oder Quincy Jones für seine Produktionen zu engagieren und er war musikalisch weitsichtig genug, um die Bedeutung von qualitativ hochwertigen Arrangements richtig einzuschätzen. Diese stark orchestrale Komponente und Sichtweise seines Schaffens machen seine Musik für Orchesterbearbeitungen besonders attraktiv. Da Sinatra nicht Autor sondern Interpret seiner Songs war, orientiert sich Stefan Schwalgin in seinem Medley „Frank Sinatra Classics“ sehr konkret an Sinatras einzigartigen Versionen der Stücke und überträgt Struktur und Charakter seiner hochklassigen Produktionen – ohne Vereinfachungen oder stilfremde Elemente – auf das moderne Blasorchester.

Julia Kiebler gewinnt Preisrätsel

Das Preisrätsel um die vier im Medley verarbeiteten Titel gewann die Schulleiterin der Werkrealschule Bad Wurzach, Julia Kiebler. Sie erkannte „New York, New York, Somethin´stupid, Fly me to he moon und My way“ als erste.

Mit Bohnen verbindet man in der Regel eher die Attribute schwerfällig oder lethargisch. Ganz im Gegenteil dazu verbirgt sich hinter der englischen Redensart „to be full of beans“ die Charakterisierung einer Person, die aufgekratzt, voller Tatendrang und quicklebendig ist. Woher diese eigentümliche Formulierung kommt, ist ungewiss. Es wird jedoch eine Verbindung zur Kaffeebohne und dem daraus gewonnenen Muntermacher vermutet. Stellen Sie sich vor Ihrem geistigen Auge nun eine Gruppe Musiker vor, die nach langer Zeit wieder zum gemeinsamen Spielen zusammenkommt. Sie sind alle voller Tatendrang, Enthusiasmus und Leidenschaft, eben „Full of Beans“. Sollte der eine oder andere dabei gelegentlich ein wenig über das Ziel hinausschießen, so ist dies lediglich Ausdruck überbordender Begeisterung. Bei „Full of beans“ des deutschen Komponisten Thiemo Kraas aus dem Jahre 2022 waren es an diesem Abend die sechs Posaunisten des MV Ziegelbach die über die Stränge schlugen und sich als blendende Solisten zeigten.

Die Komposition „Füreinander da“ schrieben Martin und Stefan Hutter in der für alle schweren Zeit der Pandemie. „In einer Zeit, in der wir alle gespürt haben, wie wichtig es ist, füreinander da zu sein“ erklärten die beiden Moderatoren dazu. „Füreinander da“ ist ein Marsch für Blasorchester und stammt aus den Originalnoten der kleinen Egerländer Besetzung.

Natürlich durften die Musiker nach diesem gelungenen Einstand von Bernd Schosser vor dem fachkundigen Publikum nicht ohne Zugabe die Bühne verlassen. Sie taten es mit dem Marsch „Allgäuland“ von Kurt Gäble und der „Steeephanspolka“ von Alexander Pfluger, die dieser einem verstorbenen Musikerkollegen gewidmet hatte.
Text und Fotos: Uli Gresser

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Fotos: Uli Gresser

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