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Kultumzug in Hummertsried

Gruppen packten viel Politkritik in ihre Kostüme und Wagen



Foto: Ulrich Gresser
Das Wurzacher Ungeziefer hat seit seinem Bestehen noch keinen Umzug in Hummertsried verpasst

Hummertsried – Wenn ein Dorf auf das Zigfache seiner Einwohnerzahl anschwillt, dann ist Fasnetsumzug-Zeit. In Fünferreihen und mehr drängten sich die Umzugsbesucher am Samstag in Hummertsried am Straßenrand, um den kultigen Umzug rund ums „Rössle“ – besser bekannt als „Beim Wiese“ – mitzuerleben. Das hat Tradition in Hummertsried und deshalb kommen Hummertsried-Fans aus nah und fern in hellen Scharen.

In Hummertsried geht es nicht darum, kunstvoll geschnitzte Larven von Hexen und ähnlichen Maskengruppen zu bewundern; der Fasnetsumzug in Hummertsried lebt von ulkigen Ideen und aktuellen Bezügen, nicht unähnlich den großen Karnevalszügen im Rheinland. Garniert wurden die Botschaften mit „Hummel, Hummel, mit Humor“, dem ortseigenen Narrenruf.

„Trump vs. Biden, die Auswahl ist bescheiden“

Da wurde auf die aktuelle Bauernmalaise mit einem historischen Güllefass aufmerksam gemacht. Für die Hummertsrieder ist Trump schon ein Knastbruder, während sein politischer Gegner und aktueller Präsident „Slow Joe“ dauernd von seinem Leibarzt aufgepäppelt wird. „Trump vs. Biden, die Auswahl ist bescheiden“, hatten sie auf ihren Transparenten stehen.

Ganz andere Sorgen trieb die Narrenzunft „Zeller schwarze Katz“ um. Ihre neue App zur Mitgliederverwaltung entpuppte sich als Flopp und trieb die Verantwortlichen in den Wahnsinn, in Comedy-Form sehr gut dargestellt auf einem Motivwagen, mit dem sie an der sehr gut gefüllten – unter anderem mit dem Eberhardzeller Bürgermeister Guntram Grabherr – Ehrentribüne vorbeirollten. Für die Zeller Zunft ist es jedes Jahr Ehrensache, mit vielen Masken wie Neideckhexen oder Ampfelbronner Holzwürm am Hummertsrieder Umzug teil zu nehmen.

Das Bad Wurzacher „Ungeziefer“, das in seiner 30jährigen Geschichte noch keinen Umzug in „Hummerts“ ausgelassen hat, vertrat die Farben der Riedstadt und ist in diesem Jahr als Schnake, die ihren Saugrüssel überall hineinsteckt, und dem Narrenruf „Schnokastich … juckt liderlich“ unterwegs.

Zum Pflichtprogramm gehört Hummertsried auch für den Fanfarenzug Bad Wurzach. Ebenfalls mit dabei war die Lumpenkapelle der Stadtkapelle. Kein Wunder, dass daher auch viele Besucher aus der Riedstadt und ihren Gemeinden den Weg „zum Wiese“ fanden.

Ob als Sterndeuter, Straßen-Pylonen, als Salatköpfe oder als Märchenwald, sehr viele Familien und Vereinsgruppen mit zum Teil spontan, zum Teil von langer Hand geplanten Ideen bereichern alljährlich den Umzug. Gerade das macht auch das Flair und die unheimliche Anziehungskraft des Umzugs aus: die familiäre Atmosphäre, zu der auch tatsächlich viele Familien mit eigenen Motiven beitragen.

Aber auch Kindergärten, Jugendgruppen und Vereine beteiligen sich teils mit ernstgemeinten, teils mit ulkigen Kostümen an dem Umzug, dessen Aufstellungsordnung erst kurz vor Beginn bekannt wird.

Zweimal durch den Ort

Und noch ein Pluspunkt spricht für den Umzug: Das Publikum bekommt den Zug immer zweimal zu sehen. So etwa die Musikkapelle Mühlhausen, die den Umzug alljährlich anführt. Oder die Musikkapelle Eberhardzell oder den Fanfarenzug Graf Humbrecht, der ein Heimspiel hatte.

Ebenfalls traditionell: Das gemeinschaftliche Musizieren nach dem Umzug, das wie so oft mit dem Zeller Narrenlied eröffnet wurde. Aber auch so Stücke wie „Schrei nach Liebe“ von den „Ärzten“ gehören zum Repertoire der Kapellen, die da in lockerer Runde beim „Wiese“ für Stimmung sorgten, ehe es für Besucher und Musiker zu den diversen Party-Locations ging.

Viele Bilder in der Galerie



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Fotos: Ulrich Gresser

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