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Besser durch die Krise gekommen als vor drei Jahren

Die Schreinerei Welte & Holzmann in Truilz war erneut vom Hochwasser betroffen



Foto: WH
Durch den Dauerregen über mehrere Tage ist die Schreinerei Welte & Holzmann in Truilz erneut in eine bedrohliche Lage gekommen.

Truilz – Vor drei Jahren wurde die Schreinerei vom damaligen Starkregen-Hochwasser schwer getroffen und auch an diesem Wochenende wäre es durch den Dauerregen über mehrere Tage beinahe brenzlig geworden. Doch dieses Mal waren Michael Welte und Jürgen Holzmann sowie ihre Mitarbeiter vorbereitet.

Es war den beiden Inhabern der Schreinerei noch gut in Erinnerung, was in der Nacht vom 6. auf den 7. Juni vor drei Jahren über sie hereingebrochen ist: Eine Wasserwalze wurde, von Oberschwarzach her den Truilzer Berg herabkommend, von der zirka 1965 gebauten L265 wie von einem künstlichen Damm aufgestaut und setzte die im Jahre 2019 bezogene Schreinerei am Talhofweg unter Wasser. Wobei die aufgrund der Stromschlaggefahr dem ganzen Szenario tatenlos zusehen mussten, wie Maschinen und fast fertige Möbelstücke der Flut zum Opfer fielen. Schaden damals: rund 700.000 €. Damals war es gut, dass sie die Maschinen zu Teil selbst reparieren konnten, denn die Versicherungen kamen hauptsächlich für die Gebäudeschäden auf. Und auch die zu Hilfe geeilte Feuerwehr Bad Wurzach erlitt bei diesem Einsatz Verluste: Mehrere Fahrzeuge wurden von der Naturgewalt weggespült und teilweise irreparabel beschädigt.

Michael Welte und Jürgen Holzmann erinnern sich noch gut, wie groß der Zusammenhalt damals war: Rund 30 Mann waren damals drei Tage lang im Einsatz, so dass sie nach rund vier Wochen die Arbeit wieder aufnehmen konnten. Voll des Lobes sind sie auch heute noch über das Verständnis, das ihnen von den Kunden entgegengebracht wurde.

Frühzeitig Gegenmaßnahmen ergriffen

Als sie nun am vergangenen Freitagabend (31. Mai) beim Feierabendbier zusammensaßen, hatten sie – sensibilisiert vom damaligen Starkregenereignis – eine gewisse Vorahnung, als sich auf der anderen Seite des Talhofwegs erste kleine Seen bildeten. Seit damals haben sie Holztafeln vorbereitet, mit denen sie alle Zugänge abdichten konnten. Durch den schleichenden Prozess hatten sie noch Zeit, das Außenlager wegzuräumen und die gefertigten Möbel in der Werkstatt hochzulagern und zu retten. Sehr dankbar sind sie neben die vielen Helfern auch dem Bauunternehmen Christ aus Ellwangen, das damals wie jetzt mit Absperrmaterial aushalf ebenso wie der Firma Schütz Anlagenbau aus Boos bei Memmingen, die eine große Wasserpumpe samt Leitung zur Verfügung stellte. Diese war auch dringend notwendig, weil irgendwann zum „reißenden“ Ellbach auch noch viel Wasser von Rupprechts kommend über die Landstraße schwappte.

Dass die Landstraße L 265 ein neuralgischer Punkt bei den Planungen für den Hochwasserschutz ist, das ist auch dem Landratsamt und dem Regierungspräsidium klar. Auf diesbezügliche Anfragen erhielten die Unternehmer, die auch bereit sind, Vorschläge zu machen, wie man diese Gefahr entschärfen könnte, eher die lapidare Antwort: „Die Mühlen mahlen langsam.“ Erst wenn eine Sanierung der Straße anstehe, sehen die Planer des Landes die Möglichkeit etwas zu ändern.

Die Inhaber danken

Michael Welte und Jürgen Holzmann sprachen noch einmal allen Helfern, Verwandten und Freunden, die mit Notstrom-Aggregaten und Pumpen oder auch der Bereitstellung von Verpflegung für die Helfer geholfen haben, das Schlimmste zu verhindern, ihren Dank aus.

Gerne stellen Welte und Holzmann der Stadt Bad Wurzach ihr Bildmaterial zur Verfügung, um bei der Erstellung des Katastrophenschutzplanes mitzuhelfen.
Bilder in der Galerie, der Bildschirmzeitung „Der Wurzacher“ von Welte und Holzmann zur Verfügung gestellt



BILDERGALERIE

Fotos: Uli Gresser

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