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Glückwunschschreiben vom Ministerpräsidenten

Bürgermeisterin Scherer gratulierte Gertrud Müller zum 100. Geburtstag



Foto: Ulrich Gresser
Bürgermeisterin Alexandra Scherer übergibt der Jubilarin Gertrud Müller die Urkunde von Ministerpräsident Kretschmann

Bad Wurzach – Gertrud Müller feierte in diesen Tagen ihren 100. Geburtstag; dazu bekam sie Besuch vom Stadtoberhaupt Alexandra Scherer, welche die Glückwünsche von Ministerpräsident Kretschmann und einige Geschenke der Stadt mit im Gepäck hatte.

Gertrud Müller ist noch sehr fit: Sie versorgt noch – gemeinsam mit einer Haushaltshilfe, die an einigen Tagen in der Woche vorbeischaut – ihren eigenen Haushalt. In dem Haus in dem sie seit ihrem Herzug nach Bad Wurzach schon immer gelebt hat. Und das im zweiten Obergeschoss, natürlich ohne Aufzug! Sie könne die Treppen zwar nicht mehr hochrennen, aber das sei auch nicht nötig, solange sie noch gehen könne, schaffe sie das noch, erzählt die geistig noch absolut fitte und selbstbewusste Hundertjährige im Gespräch mit Bürgermeisterin Alexandra Scherer, nachdem diese ihr die Urkunde des Ministerpräsidenten und die Geschenke der Stadt überreicht hatte.

„Nur das Treppenhaus kann ich nicht mehr selbst putzen, das überlasse ich anderen.“ Überhaupt, fand die Bürgermeisterin, habe Gertud Müller „eine gesunde Einstellung zum Leben“. Denn das Autofahren habe sie mit 90 Jahren sein lassen: „Ich kann gut ohne, bevor ich noch jemanden umfahre.“

„Was ich kann, mache ich gerne noch selber. Und ich kann mein Geld noch selbst ausgeben“, ein weiterer Satz, der ihre Einstellung zum Leben sehr gut beschreibt.

Im Schuhhaus Löffler gearbeitet

Die gebürtige Nordrhein-Westfälin stammt von einem Bauernhof aus der Gegend von Ibbenbüren. Sie kam mit ihrem Mann Max nach Bad Wurzach, der nach dem Krieg in der Glasfabrik Arbeit fand. Sie selbst hatte bis zur Rente über 30 Jahre im Schuhhaus Löffler in Bad Wurzach gearbeitet. Der Nachfolgebesitzer des Schuhhauses hätte sie gerne noch länger als Verkäuferin beschäftigt, aber das wollte sie nicht. „Ich kann ganz gut von meiner Rente und der Witwenrente meines Mannes leben.“ Ihr Mann, mit dem sie jeden Samstag zum Tanzen ins Kurhaus gegangen war, ist bereits vor 30 Jahren verstorben. Zwar konte ihr Mann keinen Walzer tanzen, weil er im Krieg einige Zehen erfroren hatte. „Aber Tango tanzen, das konnte er.“

Aus ihrer Ehe gingen zwei Kinder hervor, ein Sohn und eine Tochter, die allerdings vor einigen Jahren bereits verstorben ist. Die verstorbene Tochter hatte Gertrud Müller wiederum zwei Enkelkinder geboren, eine Enkeltochter und einen Enkelsohn. Enkelin Daniela, die in Laupheim wohnt, kommt – wenn es geht mit ihren beiden Kindern öfters zu Besuch, ihr Bruder, der in Hannover wohnt, hält mit der Jubilarin telefonischen Kontakt.

„Wurzach ist mir zur Heimat geworden“

„Sie hatten bisher ein bewegtes Leben, daher freut es mich sehr, dass der Großteil davon hier in Bad Wurzach stattgefunden hat“, sagte Bürgermeisterin Scherer zum Abschied. Worauf ihr Gertrud Müller antwortete: „Wurzach ist mir zur Heimat geworden.“




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