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Abschied von Ferdinand Gut

Familienmensch, Naturfreund, Menschenfreund



Bad Waldsee – Am 12. Januar starb Ferdinand Gut. Der hochangesehene Mitbürger, Träger des Bundesverdienstkreuzes und der Bürgermedaille der Stadt Bad Waldsee in Silber, wurde neunzig Jahre alt. Er hinterlässt vier Kinder, deren Partnerinnen und Partner und neun Enkel. Peter Lutz, Weggefährte des Verstorbenen und Freund der Familie, schrieb für die Bildschirmzeitung „Der Waldseer“, wo er redaktioneller Mitarbeiter ist, folgenden Nachruf. Wir fügen am Ende des Gedenktextes noch die bei der Beerdigung gehaltenen Trauerreden von Oberbürgermeister Matthias Henne und Peter Lutz an.

Ferdinand Gut (1934 – 2025).

Ferdinand Gut, stammend von einem Bauernhof in der Nähe von Donaueschingen, wo er mit vier Geschwistern aufwuchs, war ein christlich geprägter Familienmensch, ein Naturfreund, ein Menschenfreund.

Seine Liebe galt dem sorgsam behüteten Gedeihen von Gemüse, Obst oder Zierblumen und -gehölzen. Als gelernter Gärtner wusste er sehr wohl, wie man Aufwachsendem bzw. Heranwachsendem umsichtig-verständnisvoll erhoffte Richtung und Orientierung geben kann. So ging er, offen wie er war, gegenüber Pflanzen und Mitmenschen um, stets dazulernend. Von seinen neuen Erkenntnissen profitierten zahllose Landwirte mit neuem Wissen um Schutz, Schnitt und Ertrag ihrer Plantagen oder Streuobstwiesen. Guts lebenslanges Lernen übertrug sich auf all die Bereiche, mit denen er sich leidenschaftlich befasste.

Sein umsichtiger Umgang mit Natur und Umwelt führten den Verstorbenen zur aktiven Mitwirkung in der Kirchengemeinde St. Peter seiner Wahlheimat. Das lag auch nahe, nachdem er bereits vor seiner Waldseer Zeit Kolpingsgeselle war und dies auch in der Kurstadt sehr aktiv blieb. Dass es hier eine angesehene katholische Eugen-Bolz-Schule mit Kindergarten gibt, geht nicht zuletzt auf Guts Betreiben zurück. Die dort geleistete Bildungsarbeit orientiert sich bis heute am sogenannten Marchtaler Plan, also mit sehr behutsamer Annäherung an Heranwachsende!

All dies begründete Guts Ruf als ausgleichenden und damit allseits respektierten Akteur. In so vielen Vereinen und Organisationen wirkte Gut ehrenamtlich mit. Dazu gehörte auch sein politisches Engagement in der CDU vor Ort, die er zehn Jahre anführte und für die er 28 Jahre im Gemeinderat saß. Sein auch in dieser Funktion ausgeglichenes Herangehen, verbunden mit umfangreichem Fachwissen auf verschiedenen Gebieten, ließen ihn zum fraktionsübergreifenden Meinungsführer werden. So war er schließlich zu Recht lange Stellvertreter des Bürgermeisters. Bis zuletzt bewahrte er sein Interesse an der großen und kleinen Politik vor Ort. Er versäumte keine Jahreshauptversammlungen oder Infoveranstaltungen und stellte dabei stets ihn bewegende wichtige Fragen.

Auch sein großes Interesse an Gartenarbeit bewahrte er sich bis ins höchste Alter und übertrug es offensichtlich auf seine neun Enkel, die ihn fleißig unterstützten, als es für ihn selbst körperlich schwer wurde. Mit seinem polnischen Pfleger Jozef verstand er sich bestens, zumal auch der Guts Liebe zu Natur und Garten teilte. So war es ihm vergönnt, noch oft in den Schorren zu kommen oder gar noch die Landesgartenschau in Wangen zu besuchen!

Auch sein Selbstverständnis als bekennender Familienmensch blieb Gut bis in seine letzten Lebenstage erhalten. Noch das jüngste Weihnachtsfest durfte er in Freude mit seiner großen Familie feiern. Selbstverständlich wurde dabei wie immer gemeinsam gesungen und es wurden von ihm Geschenke verteilt!

Seinen 90. Geburtstag ein gutes halbes Jahr zuvor feierte Ferdinand Gut in froher Runde mit Familie, Freunden und Weggefährten im „Sternen“ zu Reute. Dass er dazu noch frei stehend und heiter das Wort ergriff, beeindruckte uns alle.

Mit Ferdinand Gut verlieren wir und die Stadt Bad Waldsee einen hochangesehenen Freund und Menschen, der unvergessen bleiben wird.
Peter Lutz

Diesen persönlichen Worten von Peter Lutz fügen wir die zwei Trauerreden an, gehalten am 21. Januar von Oberbürgermeister Matthias Henne und von Peter Lutz selbst. Die Ansprachen sind hier in der Bildschirmzeitung „Der Waldseer“ (unter „Downloads“) zu finden.



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