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50-jähriges Jubiläum der Narrengilde Schussentäler Reute

Ein grandioser Festumzug



Foto: Erwin Linder
Auch die Franziskanerinnen vom Kloster Reute hatten viel Spaß.

Reute – Die Narrengilde Schussentäler Reute feierte 50-jähriges Jubiläum. Als Mitglied im ANR (Alemannischer Narrenring) konnte sie mehr als 30 Zünfte zum Jubiläumsumzug begrüßen. Weit über 3000 Hästräger gestalteten einen bunten, einmaligen und unvergesslichen Umzug für die „Blauen“.

Neben dem Reutener Narrenlied, komponiert 1985, darf die Gilde 50 Jahre „Blaue“ feiern. Im blauen Häs, bestehend aus dem namensgebenden blauen Umhang und Hut, kleiden sich seit 1975 der Narrenrat und die Vorstandschaft. Der Umhang ist mit gestickten gelben Pfadlilien verziert, die auf das Wappen der Ortschaft zurückzuführen sind. Da hatte die frischgebackene junge Vorständin Julia Schuster und ihr Team in Vorfeld allerhand zu ackern, um dieses für Reute einmalige Ereignis über die Bühne gehen zu lassern. Und als Beobachter kann man nur sagen: Chapeau Reutener, das habt ihr gut gemacht.

Weit über 3.000 Hästräger

Bus um Bus rollte an. Rund um das Kloster waren alle Plätze besetzt und die Autofahrer taten gut daran, möglichst weit vom Festgeschehen einen Platz zu suchen. Auf den Aufstellungsplätzen fieberten die Hästräger dem Umzug entgegen. Punkt 13.30 Uhr eröffnete der Büttel zusammen mit seinen Kanonieren und dem Reutener Narrensamen den Festumzug. Manch Mäschkerle und Zuschauer schaute mit sorgenvoller Miene an den grauen Himmel, denn immer wieder kam ein kleines nasses Tröpfchen vom Himmel geflogen. Aber Petrus hatte ein Einsehen und die gute Beziehung des Klosters in die himmlischen Gefilde trugen sicher auch das Ihrige bei und sorgten für einen, zumindest äußerlich, trockenen Festverlauf.

Über 72 Gruppen

Und hinter dem Büttel kamen sie dann. Die tausende Hexen, Geister, Teufel, Räuber, und und… Der Umzugsflyer zählte nicht weniger als 72 Positionen auf. Die Zuschauer hatten ihre Freude und konnte dank eben dieses Flyers auch die richtigen Antworten auf die Narrensprüche skandieren. „Mochewangen – Knoche hange“, „Blunz Blauz –Hei Hei“, „Wicky – Hei“, „D’Liesl brennt – d’Sau rennt“, „G’Steidaweib – hot Moggla keit“, „Haldewang’r – Furzafang’r“, so vielfältig wie die Zünfte sind auch ihre Fasnetsrufe.

Mit dem Boot angereist

Die Wickinger aus Wilhelmsdorf hatten ein leibhaftiges Wikingerboot mit im Umzug dabei, das nach allen Richtungen der Windrose unterwegs war. Die Narren mit den langen Auszugsscheren trieben mit den Zuschauern allerhand Schabernack. Auch der ehrwürdige Dachauer des Reporters wurde eine Beute der Schere und erst wieder gut mit Konfetti gefüllt dem Besitzer auf den Kopf gestülpt. Außer Konfetti gab’s auch eine gute Ladung Heu in den Kragen und manches Mädchen am Umzug bekam die Haare verwuschelt und mit ordentlich Konfetti verziert. Etliche Hexen hatten ihre Karren mit „wohlriechenden“ Hexenfeuern dabei. Wie immer waren auch hier meist die jungen Mädchen bevorzugte Kandidatinnen für eine Mitfahrt auf dem Hexenkarren. OB Matthias Henne ließ sich ebenfalls in Reute sehen. Vom Tribünenwagen aus verfolgte er zusammen mit der Präsidentin der Narrengilde das Treiben.

Zuchauer waren mindestens so viele da wie Hästräger. Dicht an dicht säumten sie den Umzugsweg in der Dorfmitte. Auch hier gab es viele Mäschkerle zu sehen. Unter ihnen, erst auf den zweiten Blick als überhaupt nicht verkleidet, sondern nur gut geschminkt, ein halbes Dutzend Nonnen aus dem Kloster. Auch sie hatten ihren Spaß beim Umzug. Die Gewinner waren die Kinder, die sich ihre Taschen mit einem Jahresvorrat an Guetsla füllen konnten. Nach guten zwei Stunden beschlossen die Reutener samt ihrem Fanfarenzug den Umzug. Bald rollten die Busse wieder ab und die Reutener konnten sich ganz ihrem Narrentreiben hingeben.
Text und Fotos: Erwin Linder

Viele Bilder in der Galerie



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Fotos: Erwin Linder

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