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Naturschutztage in Radolfzell

Mehr als 20 Personen aus Aulendorf und Umgebung bei den Naturschutztagen



Radolfzell/Aulendorf – Nach vier intensiven Tagen sind die Naturschutztage am Bodensee am 7. Januar zu Ende gegangen. Mehr als 1000 Umwelt- und Naturschutzaktive waren der Einladung der beiden Natur- und Umweltschutzverbände BUND und NABU nach Radolfzell gefolgt. Sie bekamen ein vielfältiges und spannendes Programm zu Natur- und Artenschutz, zukunftsfähiger Landwirtschaft sowie mehr als 40 Fachvorträge, Workshops, Exkursionen und Diskussionsrunden zu sehen. Über allem stand die Frage, wie auf die bedrohlichen Krisen unserer Zeit reagiert werden kann.

Volksantrag „Ländle Leben Lassen“ bekam 50.000 Unterschriften

Der erfolgreiche Abschluss der Initiative „Ländle leben lassen“, der am Samstag (6. Januar) vor dem Veranstaltungsort Milchwerk mit einer Fotoaktion gefeiert wurde, zeigt für BUND und NABU, dass gemeinsam viel erreicht werden kann. „Wir sind viele tausend Aktive, jede und jeder Einzelne ist wichtig. Euer Engagement wirkt. Wir hoffen, dass die Übergabe der Unterschriften aus dem Volksantrag im Februar der Landespolitik den nötigen Schwung verleiht, um beim Flächenverbrauch die Netto-Null bis 2035 zu erreichen“, erklärten die Landesvorsitzende Sylvia Pilarsky-Grosch vom BUND und Johannes Enssle vom NABU.

Mutmacher für den aktiven Start ins Naturschutzjahr

Für die Landesvorsitzenden des BUND, Sylvia Pilarsky-Grosch, ist die viertägige Traditionstagung stets ein Mutmacher für den aktiven Start ins Naturschutzjahr: „Die Naturschutztage bieten für alle Naturschutzinteressierten neue Fakten, Visionen und Impulse in herausfordernden Zeiten. Wir wollen ehrenamtlich Aktiven Strategien aufzeigen, um angesichts von Klimakrise, Artenkrise und Kriegen in unserer Welt den Mut zu behalten. Obwohl Vieles im Argen liegt, gibt es auch Erfolgsgeschichten, die zeigen, dass wir gemeinsam viel erreicht haben, etwa bei der Rettung des Wanderfalken durch das DDT-Verbot oder die Gründung des Nationalparks im Schwarzwald“, so die beiden Vorsitzenden.  

Bei den Naturschutztagen in Radolfzell (von links): Albert Blaser, Bruno Sing, Inge Blaser, Dr. Anita Herre und Katja Kästner vom BUND Aulendorf. Die Naturschützer aus Aulendorf und Umgebung konnte viele neue Anregungen und Impulse für ihre ehrenamtliche Arbeit vor Ort mitnehmen.

Verbände lehnen Gentechnik-Aufweichung ab

Die Wahlentscheidung im Sinne der Natur ist umso wichtiger angesichts aufkeimender Bestrebungen, grundlegende Regelungen aufzuweichen. So lehnen BUND und NABU etwa die aktuellen Vorschläge der EU zur Deregulierung der Gentechnik ab: „Es widerspricht den Regeln der Vernunft, hier das Vorsorgeprinzip abschaffen zu wollen. Damit würden der Bioanbau in der EU und die Wahlmöglichkeit von Verbraucherinnen und Verbrauchern faktisch abgeschafft“, stellt Sylvia Pilarsky-Grosch fest. 


Im Südwesten die Versprechen aus dem Koalitionsvertrag einlösen

In Baden-Württemberg hat die Landesregierung unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann zwar viel für den Umwelt- und Naturschutz auf den Weg gebracht. „Jetzt gilt es aber, bei der Umsetzung guter Ideen nicht nachzulassen. Auch wenn die Krise der Natur durch viele andere Themen überlagert wird, duldet sie keinen Aufschub“, wie Enssle und Pilarsky-Grosch betonen. „Der Lückenschluss im Nationalpark, die Verbesserung der Naturschutzgebiete, der Biotopverbund, das Biosphärengebiet im Allgäu und wirksame Maßnahmen zur Reduktion des Flächenverbrauchs etwa sind gesetzt. Auch die CDU muss hier über ihren Schatten springen und ihre Versprechungen aus dem Koalitionsvertrag einlösen“, so die Landesvorsitzenden. 

Die Naturschützer aus Aulendorf und Umgebung konnte viele neue Anregungen und Impulse für ihre ehrenamtliche Arbeit vor Ort mitnehmen.




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