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Aulendorf und Marinechor – wie geht das denn?

Marinechor gastierte auf dem Aulendorfer Weihnachtsmarkt



Foto: Marinechor Aulendorf
Der Marinechor Aulendorf beim Auftritt auf dem Weihnachtsmarkt.

Aulendorf – Am 9. Dezember war es wieder mal soweit. Die Weihnachtslotterie im Radhof war Anziehungspunkt für ca. 200 Menschen. Natürlich ist im Vergleich zur spanischen Weihnachtsverlosung „El Gordo“ in Aulendorf noch etwas Luft nach oben, aber auch die vom HGV gesponserten Preise konnten sich sehen lassen. Wie immer waren auch wieder viele auswärtige Gäste unter dem Publikum. Gespannt warteten alle auf die Preisverleihung und auf die Darbietung des Marinechores.

Dabei wurde uns immer wieder die Frage gestellt: Aulendorf und Marine wie passt denn das zusammen? So fern jeglichen Gewässers, von der Schussen und dem Steegersee mal abgesehen. Deshalb hier eine kleine Rückschau.

Wie alles begann

1927 gründeten ehemalige Matrosen und Sänger, die an den damaligen Liedern Freude hatten, den Marineverein Aulendorf, der dann im zweiten Weltkrieg verboten wurde. 1953 wurde die Marinekameradschaft Aulendorf neu gegründet, daraus gründete die Kameradschaft dann im Jahr 1967 den Marinechor. Begeisterte Sänger und Musiker bilden auch heute noch die Rumpfmannschaft des Chores. Aber der Marinechor wäre nicht der Marinechor, wenn nicht noch ein halbes Dutzend echte Seefahrer dabei wären.

Auch echte Seemänner dabei

Die Seemänner der Bundesmarine waren auf Zerstörern oder Versorgungsschiffen als Rudergänger, Ausguck oder verrichteten an Oberdeck ihre nicht ungefährliche seemännische Arbeit. Auch ein Wartungsmechaniker vom Bodenpersonal bei den Marinefliegern ist in unseren Reihen. Ein Elektromechaniker war bei der Unterwasserwaffentechnik als U-Boot-Jäger beschäftigt, und ein anderer war als Steuermann für die Navigation und Logbuchführung usw. zuständig. Auch die zivile Handelsmarine ist bei uns vertreten: einer von uns befuhr die Bremerhaven-New York-Karibiklinie, war tief unten im heißen Bauch des Frachters und wartete die Maschine. Damals gab es noch kein GPS, keine Handys und kein Internet. Die einzige Verbindung zur Außenwelt war Norddeichradio, Morsen oder Funk bzw. der Fernschreiber. Gerade über die Weihnachtsfesttage war das für viele sehr bedrückend, wenn sie noch auf See waren oder zur Hafenwache eingeteilt wurden. Was heute oft romantisch daher kommt, war und ist noch immer ein harter Job. Singen im Chor ist deshalb für viele genau der richtige Ausgleich.




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