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Leserbrief

Naturerlebnis entsteht nicht durch den Blick durchs Fernglas



Zur in der Bildschirmzeitung veröffentlichten Anzeige von Dr. Stefan Hövel, in der der Blick von der Grabener Höhe aufs Ried als Äquivalent für den Blick vom geplanten Turm angepriesen wird

So wie Herr Hövel meint, das Ried von der Grabener Höhe aus erleben zu können, könnte man sich darauf beschränken, die Alpen vom Wachbühl aus zu erleben. Aber jeder Bergliebhaber und Naturfreund weiß: So geht das nicht. Naturerlebnis entsteht durch die schrittweise Berührung mit der Natur, nicht durch einen hastigen Blick aus der Ferne vom Parkplatz weg mit dem Fernglas.

Ja, es geht um mehr; nicht nur um das Riedgebiet im Überblick anzusehen, es geht um das gesamte Erlebniskonzept: Das schrittweise Nähern und Betrachten der vielfältigen Moorlandschaft auf dem Weg dahin, das Spüren, das Riechen, das Hören mit allen Sinnen. Und es geht um das Eintauchen in die Geschichte des mühseligen Torfabbaus vor nicht zu langer Zeit im Anblick zu den alten Baggern, den Schienen und den Gebäuderesten als Zeitzeugen. Und schließlich geht es auch um die Umweltbildung als öffentlicher Auftrag unseres Naturschutzzentrums mit den Schautafeln und Bildern im Turm zur Natur und zur Geschichte des Standorts. Das alles erschließt sich am Ende dieser Erlebnistour mit den Blicken aus den Turmluken und von ganz oben in die Riedlandschaft bis hin zu den Alpen. 
Dr. Wolfgang Hübner, Bad Wurzach




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