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Ausstellung im Kornhaus

Heimspiel für neun Bad Waldseer Kunstschaffende



Bad Waldsee – Die letzte Ausstellung dieses Jahres ist derzeit noch weniger prominenten Kunstschaffenden der Kurstadt gewidmet. Nach öffentlicher Ausschreibung dieser Idee gingen interessante Bewerbungen ein. Die sachverständige Prüfung der eingereichten Arbeiten öffnete neun Kunstschaffenden aus Bad Waldsee und Umgebung die Räumlichkeiten in der Pfeilerhalle des Kornhauses. Hubert Leißle, Vorsitzender des Museums- und Heimatvereins, konnte zur Vernissage am vergangenen Sonntag (13.10.) zahlreich erschienene Besucher begrüßen. Unter ihnen Bürgermeisterin Monika Ludy, die Ehepaare Forcher und Fiegel und der jüngst präsentierte René Auer mit Gattin. Leißle dankte allen Aktiven des Vereins für ihren vorbildlichen und ehrenamtlichen Einsatz beim Aufbau der Ausstellung. Sollte sich dieses Ausstellungsformat bewähren, wären weitere Präsentationen durchaus denkbar, so Leißle. Die Ausstellung der neun Waldseer Künstler ist nur bis 3. November zu sehen.

Anwesend waren acht der neun ausstellenden Künstler. Es sind dies (von links): Ursula Willershausen, Eva-Maria Lohr, Brigitte Kienzle, Ariane P. Ehinger, Marion Piller, Carmen Hauser, Dietmar Hermanutz, Denis Soto Adonis, (Bärbel Zorell urlaubsbedingt nicht im Bild).

Bürgermeisterin Ludy (Bild) sprach ein kurzes Grußwort in Vertretung von Oberbürgermeister Matthias Henne. Sie würdigte die Leistung des Heimat- und Museumsvereins bei dessen beachtlicher Ausstellungsaktivitäten und erinnerte an alle Präsentationen allein in diesem Jahr. Dass es in Bad Waldsee so viele Menschen mit erstaunlicher Kreativität gebe, erfreue sie selbst und sicher viele unserer Mitbürger. Am Schluss ihres Grußwortes erinnerte sie an das nächste Event im Kornhaus, den Oberschwäbischen Advent am 7. Dezember.

Hubert Leißle, Vorstand des Museums- und Heimatvereins, bei der Begrüßung.

Blick ins Publikum. Gekommen war auch Altbürgermeister Rudolf Forcher mit Frau.

Axel Otterbach (Bild) , Leiter der Kleinen Galerie im Haus am Stadtsee und zugleich Vorstandsmitglied im Museumsverein, übernahm die Einführung in das neue Ausstellungsformat. Aufgabe des Vereins sei es unter anderem, Künstlern der oberschwäbischen Heimat ein Forum zur Präsentation ihrer Werke zu bieten und zeichnete die Stationen bis zur aktuellen Ausstellung nach.  Diese zeige nun Arbeiten von neun Waldseer Kreativen, es sind dies:

Die neun Kunstschaffenden

Denis Soto Adonis, P. Ariane Ehinger, Carmen Hauser, Dietmar Hermanutz, Brigitte Kienzle, Eva-Maria Lohr, Marion Piller, Ursula Willershausen und Bärbel Zorell. Ihre zugelassenen Arbeiten umfassen Malerei, Grafik, dreidimensionale Arbeiten und künstlerische Fotografie. Otterbach nannte die aktuelle Ausstellung ein „Leckerli“ für die Spätgeborenen, denn bis 1999 galt doch im Verein die Losung: „Nur wenn oiner gschtorba isch, kommt’r ins Museum.“

Die Kunst des Betrachtens

Otterbach ging dann nicht auf die einzelnen Künstler ein, sondern widmete sich dem Betrachten von Werken, dem Verinnerlichen des Ausgestellten. Er stützte sich dabei auf Hanno Lauterbachers „qualitätsvolles Sehen“. Betrachter seien eigentlich alle, aber ein wahrer Kunstbetrachter ist nur jemand, der sucht, wünscht, verlangt und gleichzeitig Demut gegenüber dem Künstler in einer Art Statistenrolle zeigt. Leider entscheide aber heute zu oft der Markt, was schließlich Kunst ist. Dagegen wäre wichtig, dass der einzelne Betrachter begreifen und zu sehen lerne. Otterbach zitierte sogar Immanuel Kant. Demnach gründe jedes Urteil über Kunst auf Empfindung, die mit dem Gefühle der Lust und Unlust verbunden sei. Im Gegensatz zur heutigen Auffassung, wonach Kunst Konzepte und Wissen vermitteln soll, wollte Kant die Kunst von solchen Aufgaben und Zwängen freistellen. Der Mensch dürfe doch finden, was er nicht suchte, darf sich verlieren, darf sehend von sich selber absehen, darf ein Gespür entwickeln für den ursprünglichen Sinn des Wortes „Schauen“ oder „Betrachten“. Den eigenen Augen traue man heute zu selten, sondern zieht das eigene Wissen vor, womit Kunst schnell in übliche Stil-, Methoden- und Motivschubladen gepackt werde. Audio- und gar Videoguides unterstützen solche Betrachtungsweisen, wodurch Offenheit zum Betrachten verschwindet. Vor dem Verstehen von Kunst liege aber das bloße Sehen, wozu innere Freiheit und Willen zur Mündigkeit gehörten wie beispielsweise Entscheidung für das Sehenswerte, Dauer einer Betrachtung oder Dauer des Museumsbesuchs. Künstler wären über solche Betrachtungsweisen sicher glücklich. Kunst sei demnach nichts fürs schnelle Vorübergehen, ebenso wenig ein Konzert.

Kunst solle Lust bereiten, indem sie etwas in Aussicht stellt, den Betrachter zum eigenen Sehen einlädt, ohne gleich alles auf den ersten Blick offenzulegen, was sich eigentlich erst nach und nach „entbirgt“. Also soll Kunst zunächst nur gesehen und gespürt werden! Mit der Frage, „und was spüren Sie?“, schickte Otterbach die Besucher zum unvoreingenommenen Sehen, Spüren und Betrachten der Arbeiten der neun Waldseer Künstler.

Der Verfasser hat nach eigenem ruhigem Betrachten Beispiele aller vertretenen Künstler abgelichtet, um Neugier weiterer Betrachter zu wecken und lädt damit ein, die aktuelle Ausstellung noch bis 3. November zu besuchen!
Text und Fotos: Peter Lutz

Neun Exponate

Bärbel Zorell: Aufbrechen

Ariane P. Ehinger: Lula

Dietmar Hermanutz: Birken bei Carona (Schweiz)

Brigitte Kienzle: Der Mensch ganz klein

Eva-Maria Lohr: Fortuna

Ursula Willershausen: Es war einmal

Aus diesem Foto hat Ursula Willershausen ihr Objekt „Es war einmal“ entwickelt (abgebildet oberhalb dieses Fotos).

Carmen Hauser: Rollenspiele

Denis Soto Adonis: Historia de los árboles caducos, Volumen 2 und 4

Marion Piller: Rote Affären




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