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Musik-Manufaktur von Edi Hofmann

Wenn aus kleinen Löchern Musik wird



Foto: Ulrich Gresser
Roberto aus der Schweiz erläutert Interessierten die Funktionsweise der Drehorgeln und deren Rollen.

Bad Wurzach – Am Donnerstag, 8. August, gab es eine Vielfalt an Musik in Bad Wurzach. Denn zwischen 9.30 Uhr und 13.00 Uhr erklangen an verschiedenen Standorten vom Baumarkt Volk bis zum Klosterplatz in der Innenstadt musikalische Häppchen von Drehorgelspielern aus ganz Oberschwaben und der Schweiz. 

In Haidgau, einem Teilort von Bad Wurzach, befindet sich die Musik-Manufaktur von Edi Hofmann. Seit nunmehr 36 Jahren widmet sich Edi Hofmann der Drehorgelmusik – seit einigen Jahren in Bad Wurzach – oder um ganz genau zu sein: der Musik für die Drehorgel. In der Drehorgelbranche gibt es nur eine Handvoll Musikarrangeure für Drehorgeln, die das Kunsthandwerk der Herstellung von Notenbändern beherrschen. Und eben dieser Edi Hofmann bereichert diesen überschaubaren Kreis mit phantasievollen Arrangements aus den unterschiedlichsten musikalischen Stilrichtungen.

Nach einer technischen Ausbildung, die parallel mit der Ausbildung zum Organisten und nebenberuflichen Kirchenmusiker verlief, gelangen Edi Hofmann in einem Orgelbaubetrieb, der sich auf die Herstellung von Drehorgeln mit Notenrollen-Steuerung spezialisiert hatte, erste Einblicke in dieses Metier. Schon früh wurde sein musikalisches Talent und sein Knowhow in der Musiktheorie erkannt und er machte sich schnell einen Namen.

Die Überlegung, wie die Flötenuhrstücke von Josef Haydn wohl auf einer Drehorgel klingen mochten, legte den Grundstein für den Beginn seiner Selbstständigkeit als Musikarrangeur. Klassische Orgelmusik – wie die Flötenuhrstücke, arrangiert für Drehorgel – war ein Novum auf dem Gebiet der „handgedrehten Musik“. Der Weg in die Selbstständigkeit war nicht ohne Risiko für den jungen Unternehmer. Doch als diese ersten Arrangements großen Anklang beim Drehorgelpublikum fanden, war dies für Hofmann der Beweis dafür, auf dem richtigen Weg zu sein.

Weit über 600 Notenrollen

Was vor 36 Jahren mit der Flötenuhr-Notenrolle begonnen hat, entwickelte sich stetig und beständig weiter. Inzwischen ist der Rollenbestand in Edi Hofmanns Manufaktur auf weit über 600 Notenrollen angewachsen; der Großteil der Rollen besteht aus mehreren Titeln, d.h. die Anzahl der einzelnen Lieder liegt daher noch um ein Vielfaches höher.

Der Fundus ist immens: ob Volksmusik aus der Schweiz, traditionelle Weisen aus Bayern, Schlager der 1920er und 1930er Jahre, Moritaten, Musik aus Klassik & Co, ABBA-Medleys, geistliches Liedgut, Weihnachtslieder, Hits aus den 2000er Jahren – Edi Hofmann folgt dem Puls der Zeit, er hat das Gespür dafür, was gebraucht wird.

Kunden aus aller Welt

Kunden aus insgesamt 30 Ländern, aus ganz Europa, Skandinavien, Kanada, den Vereinigten Staaten, Chile, ja sogar Drehorgelspieler aus Japan und Australien schätzen Edi Hofmanns Musik aus der grünen Dose. Die meisten Notenbänder passen auf Drehorgeln mit 20 Tonstufen, doch auch für Orgeln mit größerem Tonumfang (bis zu 38 Tonstufen) steht eine beachtliche Auswahl an Notenrollen bereit.

Nachdem Monika Westermayer für die Schaufenster von „Uhren und Schmuck Westermayer“ als Jahresthema ihrer Dekorationen „Musik“ ausgegeben hatte war sie auch auf Edi Hofmann zugegangen und bot ihm die Gelegenheit, sich und seine Handwerkskunst einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren. Von Hofmann stammte dann die Idee, für einen halben Tag Drehorgelspieler aus ganz Oberschwaben mit ihren kunstvollen Geräten nach Bad Wurzach einzuladen, um die Hofmann´sche Arrangierkunst live vorzuführen.

Und so erklangen beim Stadtbrunnen, bei der Osteria und beim Eiscafé sowie auf dem Klosterplatz zahlreiche Melodien vom Gassenhauer bis zum Rockklassiker auf den kunstvoll verzierten Instrumenten, die seit Anfang des 19. Jahrhunderts auch unter dem Namen Leierkasten beim fahrenden Volk weit verbreitet war.

Zwei dieser Instrumente hatte der in der Schweiz lebende Roberto mit zum Klosterplatz gebracht. Und nicht nur die Instrumente, sondern eine fast wissenschaftliche Abhandlung darüber, wie diese funktionieren. Und er brachte Passanten etwa mit dem Charleston „Black Buttom“ von 1926 tatsächlich ein wenig zum Tanzen. Und er ließ auch den Chronisten Hand an die Kurbeln seiner beiden Instrumente legen, wobei dieser dann feststellen musste, dass es durchaus einer gewissen Kondition bedarf, um die einzelnen Stücke mit dem richtigen Tempo abzuspielen …

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Fotos: Ulrich Gresser

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