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Ein Stück von Ernst Greinacher und Thomas Volkwein

Die „Schatzinsel reloaded“



Foto: Erwin Linder
Ernst Greinacher, Musikpädagoge am Gymnasium, bei der Aufführung „Der Schatzinsel“ zusammen mit einigen seiner jungen Schauspieler. Szenenbild von der ersten Aufführung. Heute (20. Juni) wird das Musical letztmals aufgeführt: um 19.00 Uhr im Gymnasium.

Bad Waldsee – Wer schon lange keine Schule mehr besuchte und dann unverhofft einem Schulmusical beiwohnt, stellt fest, dass die Schule doch ein ganz besonderer Ort ist. Die Schüler der Klassen fünf und sechs, gerade mal zwischen zehn und zwölf Jahren jung, brachten eine tolle musikalische und schauspielerische Leistung auf „die Bretter, die die Welt bedeuten“. Und das war das Besondere an vergangenen Dienstagabend (18.6.): Die Jungen und Mädchen sind noch soweit von dieser unserer Erwachsenen-Welt entfernt. Ihre Schule ist ein Ort der Geborgenheit. Ein Ort des Ausprobierens, des langsam in die Welt Heineinwachsens. Vor allem, wenn sie von zwei Lehrern wie Thomas Volkwein und Ernst Greinacher angeleitet werden.

Die Buddel „Rum“ gehört dazu.

Zwei Pädagogen erfinden ein Musical

Volkwein und Greinacher setzten sich, das ist schon eine ganzer Weile her, zusammen und stellten ein Musical nach Motiven von Stevensons „Schatzinsel“ zusammen. Volkwein dichtete, Greinacher komponierte. Und jetzt muss man mal eine Lanze brechen für die Pädagogen, die oft geschmäht werden wegen ihres „Halbtags-Jobs“ und den vielen Ferien. Wie viele Stunden ihrer Freizeit sie in dieses Projekt investierten, haben sie sicher nicht gezählt. Sie wollten einfach was für die Kinder ihrer Schule, ihres Chors und ihrer Theater AG machen. Das allein ist schon Beifall wert.

Wehmütiger Abschied

Für Ernst Greinacher waren die drei Aufführungen – am 20. Juni die letzte – so etwas wie eine Abschiedstournee. Am Ende des Schuljahres geht der 65-Jährige in den Ruhestand. Gefühlsmäßig war’s herauszuhören mit einem halben lachenden und eineinhalb weinenden Augen. Seit 1988 unterrichtet Ernst Greinacher am Bad Waldser Gymi. Ist damit der am längsten an der Schule unterrichtende Pädagoge.

„Ich wollte einfach für die Kinder etwas machen. Wir haben ca. 40 im Chor und 20 in der Theater-AG“, erzählte Greinacher. „Ich habe Musik studiert und da gehörte Komposition dazu. Aber im Studium mussten wir mehr destruktive Musik komponieren. Mir schwebte immer etwas anderes vor. Es gibt ja jede Menge Musicals für Kinder. Aber das ist alles so ein musikalischer Einheitsbrei. Da wollte ich etwas anderes auf die Beine stellen. Jetzt haben wir ein Stück, das anspruchsvoll ist, eigenständig und das Kindern vom Inhalt und von der Musik gut gefällt.“

Die Kinder machten mit. Und wie. Man sah es ihnen an, wie sie mit Herz und Seele bei der Sache waren. Ob sie im Chor sangen oder eine Figur auf der Bühne darstellten.

Lustig und überraschend

Die Geschichte des Musicals nimmt überraschende Wendungen. Drei alte Freibeuter von Captain Flints Mannschaft sitzen im Altersheim. Ihnen ist todlangweilig. Und wenn sie mal mit einem Liedchen von des Totenmannes Kiste und einem Schluck Rum über die Stränge schlagen, werden sie von einer resoluten Pflegerin – besonderer Gag, sie spricht als einzige im Stück ein breites Schwäbisch – harsch zur Ruhe gebracht. „Und um halbe zehne isch’s Licht aus, do will e nix meh höra“!

Da kommt John Silver, Smutje auf Flints Windjammer, ins Altersheim und rüttelt die Kameraden auf. Flugs ein Überfall geplant und ausgeführt. Aber sie erbeuten ausgerechnet einen Wunschkatalysator. Das muss natürlich schief gehen. Die Altenheimler werden in Ratte, Papagei und Fisch transformiert und landen auf der Schatzinsel. Der Schatz ist weg, denn den hat ein einstmals ausgesetzter Flint-Freibeuter gefunden, in eine Freizeitanlage investiert und den Rest verschenkt.

Viel Beifall für Schüler und Autoren

Mit einem eingängigen Stück vom Chor endete das Stück und alle bekamen großen Applaus. Natürlich auch Ernst Greinacher, der das Stück am Klavier und teilweise mit der Gitarre auf der Bühne begleitete. Und wer genau hinschaute, konnte es in den Augen des Musiklehrers verdächtig glitzern sehen.
Text und Fotos: Erwin Linder

Ernst Greinacher.

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Fotos: Erwin Linder

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