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Windkraft-Information in der Gemeindehalle Haisterkirch

Sieben WKA der EnBW plus x Anlagen eines Projektierers aus Argenbühl



Foto: EnBw
So könnte es ab 2028 bei Osterhofen aussehen.

Bad Waldsee – Am vergangenen Dienstag (11.6.) lud die EnBW zu einem Informationsabend in die Gemeindehalle Haisterkirch. Interessierte Bürgerinnen und Bürger konnten sich sowohl beim Projektierer als auch bei mit der Sache befassten Institutionen ein Bild des bei Osterhofen geplanten Windparks machen.

Es war eine ideologiefreie Veranstaltung. Kein Redner am Mikro und passive Zuschauer auf den Stühlen. Stattdessen offene Info-Stände mit kompetenten Gesprächspartnern, die bereitwillig Auskunft gaben. Die EnBW und die EnBW-Tochter Netze BW gingen auf alle Aspekte des im Bereich westlich von Haisterkirch / Osterhofen angedachten Windparks ein, informierten über Anlagentypen, Gesamthöhe der Anlagen (ca. 266 Meter), Schallemissionen, Schattenwurf usw.

Bei der Windkraftinfo in Haisterkirch sprachen (von links) Michael Soukup (EnBW), Monika Ludy (Stadt Bad Waldsee) und Andreas Heizmann (EnBW).

Bürgermeisterin Monika Ludy begrüßte die Anwesenden und wies gleichzeitig auf die Stellungnahme der Stadt zum Regionalplan hin, die sich kritisch mit den vom Regionalverband im Raum Bad Waldsee ausgewiesenen Flächen auseinandersetzte. Die Bildschirmzeitung berichtete ausführlich darüber (siehe Link unten).

Michael Soukup, Leiter der Projektentwicklung Wind bei der EnBW, und Andreas Heizmann, der für das aktuelle Projekt Verantwortliche, luden die Bürgerinnen und Bürger ein, sich an den Infoständen alle gewünschten Auskünfte zu holen.

Diese sieben – vorläufigen – WKA-Standorte bei Osterhofen / Hittelkofen nannte die EnBW bei ihrer Informationsveranstaltung am 11. Juni in Haisterkirch. Der südliche Bereich der vom Regionalverband als WKA-Planfeld (Entwurf) ausgewiesenen Zone (gelb schraffiert) wird von Projektierer Franz Biesinger und seiner Osterhofer Wind GmbH GmbH beplant. Rechnet man die Dislozierung der EnbW hoch, würde es im Südteil der Planfläche vier bis fünf WKA geben – in der Summe im Haistergau also bis zu zwölf.

Zum Sachstand: Die EnBW Windkraftprojekte GmbH, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der EnBW AG, plant derzeit auf der Gemarkung Bad Waldsee/Haisterkirch einen Windpark mit bis zu sieben Windenergieanlagen. Das Vorhaben befindet sich aktuell im frühen Stadium der Planungen. Der Baubeginn ist, Stand jetzt, für 2028 geplant. Zuvor werden die gesetzlich erforderlichenUntersuchungen vorgenommen (Artenschutz, Naturschutz, Immisssion …) und dann das Genehmigungsverfahren eingeleitet.

Diese Visualisierung der Szenerie bei Osterhofen entnahmen wir der Webseite der EnBW.

Laut EnBW ist vom Uferweg in Bad Waldsee von den WKA im Haistergau nichts zu sehen.

Nabu und Landratsamt mit eigenen Ständen

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) informierte über Gebiete, die nach seiner Sicht aus Naturschutzgründen aus dem Park herausgenommen werden sollten, auf dieser Karte schraffiert markiert. Auch das Landratsamt war mit einem eigenen Stand vor Ort und informierte über das Zulassungsverfahren für Windkraftanlagen.

Schraffierte Fläche: in einem sensiblen Gebiet nördlich von Osterhofen will der NABU keine Windräder.

Verschiedene Bürgerbeteiligungen geplant

Interessant auch das Mitmachen-Angebot der EnBW, das drei verschiedenen Modelle vorsieht: eine direkte Beteiligung an einer von der EnBW gegründeten Gesellschaft, Beteiligung über Darlehen sowie die gesetzlich vorgeschriebene Vergütung für die Gemeinde von 0,2 Cent je produzierter Kilowattstunde.

Der zweite Projektierer

Franz Biesinger von der Osterhofer Wind GmbH, ein ehemaliger Landwirt aus Argenbühl, projektiert ebenfalls einen Windpark im Gelände um Haisterkirch, auf dem Südteil der Planfläche. Laut seinen Aussagen umfasst das im Regionalplan ausgewiesene Gebiet für Windkraftanlagen um Haisterkirch ca. 350 Hektar. Hier hätten sich die EnBW sowie die Osterhofer Wind GmbH bei den Grundstückseigentümern je ca. 150 Hektar Fläche per Pachtvertrag gesichert. Es heißt, die Beteiligungsbedingungen seien bei der Osterhofer Wind GmbH für Verpächter und Bürger günstiger als bei der EnBW. Wieviele Windkraftanlagen Biesinger plant, wurde bei der Info-Veranstaltung nicht deutlich.

Nur etwa 50 Interessierte kamen

Rosa Eisele, scheidende Ortsvorsteherin, und ihr designierter Nachfolger Matthias Covic fanden das Format der Veranstaltung gut und bedauerten ebenso wie Michael Soukup, dass nicht mehr Interessierte gekommen waren. Den vielen belegten Wecken nach zu urteilen, die der Veranstalter offerierte, hatte man mit deutlich mehr als den etwa 50 Anwesenden gerechnet.

Am Eingang ein Protestplakat

Draußen vor der Tür standen zwei Windkraftgegnerinnen von 19.00 Uhr bis nach 21.00 Uhr mit einem Spannband; sie berichteten von interessanten Gesprächen.
Erwin Linder

Die Fotos aus der Halle hat unser Reporter Erwin Linder aufgenommen, die Visualisierung der WKA stammen von der Webseite enbw.com/badwaldsee. Dort findet man auch weitere Infos zum Projekt.

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