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Interview

Pfarrkirche Hauerz wird saniert



Foto: KGH
Die Gründung der Pfarrkirche Hauerz muss in einem aufwendigen Verfahren nachgebessert werden

Hauerz – In diesem Jahr steht eine große Sanierungsmaßnahme bei der Hauerzer Kirche an. Sie muss unterirdisch stabilisiert werden. Unser Reporter Hans Reichert sprach darüber mit Richard Waizenegger, dem Gewählten Vorsitzenden der Kirchengemeinde Hauerz.

Bild der alten Kirche, welche – bis auf den Turm – abgerissen wurde und im Jahr 1908 wieder aufgebaut wurde. Der Bauschutt der alten Kirche wurde teilweise als Aufschüttung für die neue Kirche verwendet.

Die Bildschirmzeitung „Der Wurzacher“: Wie hat sich die Sache bemerkbar gemacht?
Richard Waizenegger: Die seit längerer Zeit vorhandenen Risse am Kirchenschiff haben sich weiter verändert. Die Risse sind am Mauerwerk, an der Decke und seit kurzem auch am Boden zu sehen.

Zeichnung der Kirche. In rot sind die Risse eingezeichnet.

„Der Wurzacher“: Wie dringend ist die Arbeit?
Waizenegger: Die Risse werden durch das von uns beauftragte Architektenbüro Lukaschek + Zimmermann aus Bad Schussenried regelmäßig fachmännisch beobachtet und seit einigen Jahren einmal jährlich vermessen. Die Messungen haben einer Vergrößerung der Risse von ca. 1 Millimeter pro Jahr ergeben. Laut unseren Architekten ist die Maßnahme daher dringend anzugehen.

„Der Wurzacher“: Welche Maßnahmen werden nötig werden?
Waizenegger: Die Kirche gründet auf gering bis mäßig tragfähigen Schichten und einer setzungswilligen Aufschüttung aus Abbruchmaterial. Das bestehende Kirchenschiff muss „nachgegründet“ werden. Hierbei werden mittels Düsenstrahlverfahren Boden-Zement-Säulen unterhalb der Fundamente hergestellt und bis in tragfähige Baugrundschichten geführt. Dies erfolgt für die Wände wie auch für die Säulen im Inneren der Kirche.

In diesem Plan sieht man die unterirdischen Sanierungsmaßnahmen wie die Boden-Zement-Säulen.

„Der Wurzacher“: Was sagt der Kostenvoranschlag?
 Waizenegger: Die Kostenberechnung der Architekten ergaben eine Summe von 1.900.000,00 €.

„Der Wurzacher“: Wird die Kirche gesperrt werden?
Waizenegger: Ja, für die Nachgründung der Säulen im Inneren der Kirche wird die Kirche für Gottesdienste nicht zur Verfügung stehen. Ab wann und für wie lange – das hängt vom Arbeitsablauf ab. Während der Zeit der Sperrung feiern wir unsere Gottesdienste im Gemeindehaus.

„Der Wurzacher“: Wann beginnen die Arbeiten?
Waizenegger: Die Ausschreibungsunterlagen sind an die jeweiligen Handwerker verschickt worden. Geplanter Baubeginn ist im Sommer diesen Jahres.

„Der Wurzacher“: Und wie lange wird es dauern?
Waizenegger: Die Baumaßnahme wird in verschiedene Bauabschnitte aufgeteilt. Je nach Verfügbarkeit der Handwerker rechnen wir mit einer Bauzeit von insgesamt 2 bis 3 Jahren.

„Der Wurzacher“: Und nun die wichtige Frage der Kosten und Finanzierung. Wie werden die Ausgaben gestemmt?
Waizenegger: Die Bausumme beläuft sich, wie gesagt, auf 1.900.000,00 €. Diese Kosten werden wie folgt finanziert:
Eigene Investitionsmittel der Gesamtkirchengemeinde bzw. Rücklagenentnahme: 110.000,00 €
Zuweisung durch Diözese aus verschiedenen Fördertöpfen: 1.791.000,00 €
Vor Kurzem erhielten wir vom Land Baden-Württemberg im Rahmen der Denkmalförderung noch die Nachricht, dass unser Vorhaben mit einem Betrag von 124.390,00 € gefördert wird.

„Der Wurzacher“: Herr Waizenegger, wir danken für das Gespräch.

Die Fotos und Zeichnungen wurden uns von der Kirchengemeinde zur Illustration dieses Artikels zur Verfügung gestellt.


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