Zum Hauptinhalt springen
Bürgermeisterin Alexandra Scherer: Das geht in die Geschichte Bad Wurzachs ein

Regierungspräsident Tappeser übergab Gründungsurkunde an die Bad Wurzacher Bürgerstiftung



Foto: Uli Gresser
Die Eintragung von Regierungspräsident Klaus Tappeser im Goldenen Buch hat den Wortlaut: „Bürgerstiftung Bad Wurzach – ein Musterbeispiel für bürgerschaftliches Engagement! Herzlichen Glückwunsch und viele Spenden!“ Mit Bürgermeisterin Alexandra Scherer freuen sich die fünf Initiatoren (von links) Karl-Josef Fassnacht, Karl-August Mohr, Peter Depfenhart, Karl-Heinz Buschle und Robert Stützle.

Bad Wurzach – In der Tradition der historischen Stiftung „Heilig-Geist-Spital Wurzach” erfolgte im vergangenen Jahr die Gründung der Bürgerstiftung Bad Wurzach. Die offizielle Gründungsfeier, bei der Regierungspräsident Klaus Tappeser die Gründungsurkunde an Robert Stützle, den Vorsitzenden des Vorstands überreichte, fand am 20. März 2024 vor einem vollbesetzten Kursaal statt.

Bereits am 23. November 2023 hatte das Regierungspräsidium Tübingen die Bürgerstiftung Bad Wurzach als rechtsfähig anerkannt. Mehr als 100 Zustiftungen und Spenden ermöglichten diese Stiftungsgründung und haben der Stiftung zu einem erfolgreichen Start verholfen; die gesamte Bürgerschaft war zu der Feier eingeladen, in deren Rahmen Regierungspräsident Klaus Tappeser nun die Stiftungsurkunde übergab.

Musikalisch wurde die Feier von Tim Guler am Flügel umrahmt, der den Abend mit dem 1. Satz der Sonate Facile Opus 49 /2 eröffnete. Karl-Josef Fassnacht, der Vorsitzende des Stiftungsrates der Bürgerstiftung Bad Wurzach, übernahm die Begrüßung der Gäste; er wandte sich außer an Regierungspräsident Klaus Tappeser insbesondere an die Vertreter benachbarter Bürgerstiftungen, so aus Baienfurt, Bad Waldsee und Leutkirch, die mit ihrem Erfahrungsschatz den Bad Wurzachern Initiatoren zur Seite gestanden waren.

Das Startkapital beträgt 530.000 €

Karl-Josef Fassnacht (Bild) gab auch einen kurzen geschichtlichen Abriss zur Stiftungsgeschichte in Bad Wurzach. Die im Jahre 1482 gegründete Heilig-Geist-Spital-Stiftung wurde 1981 aufgelöst, das Spital 2011 verkauft. Der Verkaufserlös von damals bildet(e) den Grundstock für die Neugründung einer Bürgerstiftung, deren Idee die fünf Initiatoren Karl-Heinz Buschle, Karl-Josef Fassnacht, Karl-August Mohr, Robert Stützle und Peter Depfenhart im Jahre 2013 erstmals mit dem damaligen Bürgermeister Roland Bürkle besprachen. Die „Anstifter“ waren ein wenig überrascht, wie langwierig die Gründungsgeschichte geworden ist, so dass Leutkirch und Bad Waldsee inzwischen an Bad Wurzach vorbeigezogen sind. 2021 fanden mit Bürgermeisterin Alexandra Scherer erste Gespräche statt, der Durchbruch folgte dann im vergangenen Jahr, der schließlich zur Gründung führte. Die Stifter hatten erkannt, dass in Pandemiezeiten, in Zeiten geopolitischer Krisen und großer Verunsicherung die Menschen enger zusammenrücken müssen und ein großer Bedarf an ehrenamtlichem Engagement besteht. „Der Gemeinderat legte mit seiner einstimmigen Zustimmung die Grundlage und wir sind mit großem Elan darangegangen, Zustifter für das Startkapital zu suchen.“ Motiviert auch durch die Zusage der Stadt, jede Spende zu verdoppeln. So kamen in außergewöhnlich kurzer Zeit 265.000 € von 104 Stiftern zusammen, so dass die Stiftung mit 530.000 € Startkapital loslegen konnte.

Die neue Aktualität der Stiftungsidee

Regierungspräsident Klaus Tappeser (Bild) eröffnete seine Ansprache mit einem Lob: „Ich komme gerne nach Bad Wurzach und fühle mich hier sehr wohl.“ Bad Wurzach habe viel Landschaft, moderne Kureinrichtungen und eine gute Führung. Er tauchte zunächst in seiner Ansprache tief in die Geschichte von Stiftungen ein: Vor 600 Jahren war die Gesellschaft im Umbruch, Familiengemeinschaften wurden aufgelöst, viele Menschen brauchten Heimstatt und Unterkunft. Es mussten soziale Einrichtungen für alte Menschen und Waisenkinder geschaffen werden. Auch heute mit ein Grund, warum immer mehr Bürgerstiftungen gegründet werden, die viele Aufgaben übernehmen, die der Sozialstaat nicht mehr leisten kann. Damals wie heute gehe es darum, Hilfestellung zu geben, um die Probleme des Alltags zu meistern. Im Regierungsbezirk gebe es inzwischen 45 Bürgerstiftungen, die meisten entstanden in jüngster Zeit. Dabei gehe es nicht nur um Geld, sondern um die Mitwirkung im ideellen Bereich: Kontaktpflege für einsame, auch junge Menschen und den Respekt vor dem Anderen zu fördern. Und auch darum, in das Gemeinwesen der Stadt Ideen des Zusammenlebens einzubringen. „Ich gratuliere nicht nur der Stiftung, sondern der ganzen Stadt. Denn hier sind Bürger am Werk, die nicht auf etwas warten, sondern sagen: Wir sind selber groß!“ Höhepunkt und Abschluss der Rede des Regierungspräsidenten war die Übergabe der Stiftungsurkunde an Robert Stützle, den Vorsitzenden des Stiftungsvorstandes.

Eintragung ins Goldene Buch der Stadt

Bürgermeisterin Alexandra Scherer (Bild) ging auf den langwierigen Gründungsprozess ein. Sie freute sich, dass der große und lange Einsatz sich für die Stifter nun auszahle. Und sie freute sich besonders darüber, dass die Stiftung den Namen von Bad Wurzach trägt. Sie dankte allen Stiftern und Ehrenamtlichen und zeigte sich überzeugt, dass die Stiftung auf fruchtbaren Boden in der Bürgerschaft fällt. Sie sprach von einem Tag, der in die Geschichte Bad Wurzachs eingehen werde und bat die fünf Gründer sowie den Regierungspräsidenten um Eintragung ins Goldene Buch der Stadt, das es erst seit wenigen Jahren gibt (eine Initiative der Bürgermeisterin).

Die Idee wurde 2013 geboren

Es war am Vorsitzenden des Stiftungsvorstandes, den Reigen der Reden zu beschließen. Robert Stützle (Bild) berichtete davon, wie die Idee zur Bürgerstiftung im Rahmen einer Weihnachtsfeier 2013 geboren wurde. „Ein Jahrzehnt ist seitdem vergangen, aber wir sind zufrieden, dass die Idee in der Bürgerschaft Fuß gefasst hat.“ Der Stiftungszweck sei weit gefächert, Kultur, Sport, Soziales, Jugend-, Familien- und Seniorenarbeit und vieles mehr könnten deshalb gefördert werden. Ein besonderer Dank Stützles ging an Peter Depfenhart, der mit Sachverstand, Durchhaltevermögen und unermüdlichem Arbeitseifer das Projekt Bürgerstiftung vorangetrieben hatte. An die Adresse der Zustifter, Privatpersonen und Firmen sagte er: „Sie waren ohne Wenn und Aber bereit, Spenden und Zustiftungen in erheblichem Umfang zu tätigen, was die Gründung der Bürgerstiftung erst möglich gemacht hat. Ohne sie wäre alles nichts!“

Regierungspräsident Klaus Tappeser schrieb ins Goldene Buch: „Bürgerstiftung Bad Wurzach – ein Musterbeispiel für bürgerschaftliches Engagement! Herzlichen Glückwunsch und viele Spenden!“ Dazu durften sich die fünf Initiatoren der Stiftung mit ihren Unterschriften „verewigen“.
Text und Fotos: Uli Gresser

Viele Bilder finden Sie unter Download. Ein erster, kurzer Artikel ging bereits am späten Abend des 20. März online.



BILDERGALERIE

Fotos: Uli Gresser

LESEN SIE HIERZU AUCH …

Gründungsfest der Bürgerstiftung

„Ein großer Tag für Bad Wurzach“

Bad Wurzach (rei) – Formell aus der Taufe gehoben wurde die Bürgerstiftung Bad Wurzach bereits im November 2023 mit der Genehmigung durch das Regierungspräsidium. Das große Gründungsfest wurde nun am 20. März im sehr gut besuchten Kurhaus-Saal gefeiert. Regierungspräsident Klaus Tappeser war es ein Anliegen, die Gründungsurkunde persönlich zu überreichen.

NEUESTE BEITRÄGE

Bad Wurzach
Projekt „Digitalpate“ gemeinsam mit dem Salvatorkolleg

Seniorenrat organisiert Hilfe bei der Benutzung von Internetgeräten

Bad Wurzach – Der Stadtseniorenrat Bad Wurzach bietet in Zusammenarbeit mit dem Salvatorkolleg eine wöchentliche Sprechstunde zur Lösung von Bedienungsproblemen mit dem Smartphone, Tablet oder Laptop an.
Leserbrief

Viel Weihrauch auf die städtische Seele

Zum Bericht „Wie aus einer Kurklinik ein Gesundheitshotel wurde“ (DBSZ vom 12. April)
von Erhard Hofrichter
veröffentlicht am 13. April 2025
Erweitertes Angebot

Der Biergarten beim „Torfstecher“ ist eröffnet

Bad Wurzach – Am 11. April wurde der Biergarten des „Torfstechers“ eröffnet. Dieser wird aus einem Selbstbedienungs-Verkaufsstand im Außenbereich betrieben, mit einer eigenen Biergarten-Speisekarte und Flaschengetränken.  „Besonders freuen wir uns, unseren Gästen mit einem modernen Pagersystem (digitale Information) den Aufenthalt noch komfortabler zu machen; sobald das Essen bereit ist, werden Gäste per Pager benachrichtigt – so lässt sich die Zeit entspannt mit einem kühlen oder warmen G…
Der SV Arnach hat 1028 Mitglieder

Simone Brandl 30 Jahre im Ehrenamt, Willi Gut und Anton Brauchle 60 Jahre dabei

Arnach – Am 28. März hielt der SV Arnach seine ordentliche Mitgliederversammlung im Vereinsraum (Alte Schule) in Arnach ab. Vorstand Berthold Schöllhorn begrüßte alle Ehrenmitglieder, das Vorstandsteam, Abteilungsverantwortliche, Übungsleiter sowie alle Aktiven und Passiven. Des Weiteren begrüßte er den neu ins Amt gewählten Ortsvorsteher Manfred Braun, die Vertreter des Fördervereins Sportjugend Arnach sowie die Vertreter der örtlichen Vereine.
Neu im Ried in Bad Wurzach

Naturschutzzentrum erhält Spende und lässt damit Relax-Liegebank aufstellen

Bad Wurzach – Sabine Krüger, wissenschaftliche Bibliothekarin an der Landesbibliothek in Stuttgart und ihr Mann Jochen, ehemaliger Biologielehrer am Gymnasium Bad Waldsee, sind vor einigen Jahren von Stuttgart nach Bad Waldsee gezogen.
ANZEIGE

MEISTGELESEN

Bad Wurzach
Kommentar

Verhandeln!

Verdun 1916. Riesige Heere liegen sich gegenüber. Kämpfen um jeden Meter. Mal gerät ein Hügel in die Gewalt der einen Seite; mal wird er von den Anderen zurückerobert. Monatelang geht das Gemetzel. Am Ende sind 400.000 Soldaten tot und geändert hat sich – nichts.
von Gerhard Reischmann
veröffentlicht am 5. Oktober 2023
Einstimmiger Beschluss

Ortschaftsrat lehnt Flüchtlingsunterbringung in der „Kanone“ ab

Arnach (rei) – In der alljährlichen Haushaltssitzung des Ortschaftsrates Arnach steht normalerweise die Vorstellung des städtischen Etats für das angebrochene Jahr im Mittelpunkt. Diesmal, am 8. Januar, kam es anders.
Leserbrief

Windkraft: Eine Hoffnung nicht nur für Wurzacher

Zum Beitrag „Windkraft am Ried: der Wert des Moores“
von Lukas Häfele
veröffentlicht am 6. Oktober 2023
Vor 25 Jahren gestorben

Inge Aicher-Scholl – die Frau, die der Erstarrung entgegentrat

Leutkirch-Rotis (rei) – Vor 25 Jahren starb Inge-Aicher-Scholl. Unvergessen ist sie – klingt paradox – als Kämpferin für den Frieden. Ein Vierteljahrhundert lang lebte sie in Rotis, einem idyllischen Weiler bei Leutkirch, den sie und ihr Mann Otl Aicher zu einem Sammelpunkt für Kreative gemacht hatten. Christine Abele-Aicher, die Schwiegertochter, hat 2012 ein Erinnerungsbuch herausgebracht, das in die Hand zu nehmen immer wieder lohnend ist.
von Thomas Vogel
veröffentlicht am 12. Oktober 2023
Leserbrief

Die Bürger werden getäuscht

Zur Diskussion um Windkraft
von Dr. Wolfgang Hübner, Bad Wurzach
veröffentlicht am 13. Oktober 2023

TOP-THEMEN

Bad Wurzach
Gedanken zu Ostern Von Bernhard Müller Kann man einem anderen zeigen will, dass er sich irrt, muss man beachten…
Bad Wurzach – Unter dem Motto „Wer steckt dahinter?“ organisiert der Handels- und Gewerbeverein Bad Wurzach für seine M…
Wolfegg – Vor Kurzem wurde die Ausstellung „1525 – Bauernkrieg in Oberschwaben“ im Bauernhausmuseum in Wolfegg eröffnet…

Einzelhandel, Dienstleistungen und Handwerk in Allgäu-Oberschwaben

ANZEIGE
ANZEIGE

VERANSTALTUNGEN

Bad Wurzach