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Kehraus

Wurzacher Narren betrauern das Ende von Katharina, der personifizierten Fasnet



Foto: Uli Gresser
Zunftmeister Dominic Neher verabschiedet sich gemeinsam mit Zunfträtinnen von der brennenden Katharina.

Bad Wurzach – Riedmeckeler, Moorweible, Schnepfla, Muetes und gleich zwei Burgfrauen – alle waren sie gekommen, um nach dieser kurzen und knackigen Fasnetsaison zu den Klängen des Fanfarenzuges beim diesjährigen Kehraus unter dem Narrenbaum Abschied von Katharina, der personifizierten Fasnet, zu nehmen.

Es war ein richtig großer närrischer Trauerzug, der sich am Fasnets-Zeischdig-Obed unter den guggenmusik-ähnlichen Klängen des Fanfarenzuges dem Narrenbaum näherte. Dort, wo die Fasnetsaison in Gestalt der Strohpuppe Katharina sich alsbald in ein Häufchen Asche verwandeln sollte.

Zunftmeister Dominic Neher stimmte im Muetes-Häs die Narrenschar und Gäste mit einem in Reimform gehaltenen närrischen „Gebet“ auf die „Einäscherung“ der Fasnet ein.

„Nach ach so wenig vielen Tagen, müssen wir dich, unsere Fasnet, unsere geliebte Katharina zu Grabe tragen“ – O Jerum! Katharina, mir send jetzt alloi, wia fendet bei Nacht mir jemols wieder hoi, vielleicht isch au no viel größer der Graus, am end derfet mir z´ obed gar nemme naus! – O Jerum!“

Helga Seefried, bis zur letzen Stunde des Fasnets-Zeischdig Moorweible, hatte die Ehre, Katharina zu ihrer Grabstätte beim Narrenbaum zu tragen und danach mit Hilfe von Spiritus ihr ein heißes Ende zu bereiten. Und darauf zu achten, dass der Narrenbaum keinen Schaden nahm, denn die angekokelte Stelle des Vorjahres war noch deutlich sichtbar.

Da vergossen sie bittere Tränen

Während also Katharina in Flammen stand, vergossen die großen und kleinen Narren bittere Tränen, ihre Papiertaschentücher ließen die Flammen immer wieder sich aufs neue entfachen. Unterdessen „betete“ der Zunftmeister die Klagelitanei.

„Mir hond koi Geld meh – o jerum“

„Mir hond koi Geld meh – wer gibt es eis?“ „Mir hond Löcher in de Strümpf – wer stopft se eis?“ „Wir haben Durst – wer stillt ihn uns?“ „Mir mond wieder zum Schaffa gau – O Jerum“, heißt da unter anderem.

Tröstlicher Leichenschmaus

Und damit der Abschied nicht allzu traurig werde, spielte der Fanfarenzug noch einmal all die bekannten Stimmungsstücke, denn es wartete ja der hoffnungsgebende Leichenschmaus. „Im Feuer unter dem Narrenbaum, verglüht unser schönster Fasnetstraum. Doch ehe verglommen ist der allerletzte Funken, wird einmal noch auf Katharinas Wohl getrunken.“ Zunftmeister Neher beendete seine Rede mit den hoffnungsgebenden Worten: „Wenn nach trüben fasnetslose Zeita, unsere Katharina – wieder jung und schön – durch Wurzachs Stroßa wird schreita, ihr Narren das Leben muss weitergehn, Katharina, Katharina, bis zum Wiedersehn!“

Viele Bilder in der Galerie



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Fotos: Uli Gresseer

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