Zum Hauptinhalt springen
Gumpiger Donnschtig

Nach Schlüsselübergabe und Narrenbaumsetzen kamen die kleinen Narren zu ihrem Recht



Foto: Uli Gresser
Die Bürgermeisterin wollte den Stadtschlüssel ungern an Zunftmeister Dominic Neher und seine Narrenschar herausrücken. Nach vollzogener Machtübernahme gab Franz-Josef Maier den Zimmerleuten die Anweisungen fürs Narrenbaumsetzen.

Bad Wurzach – Wie in jedem Jahr übernahmen die Narren am Gumpigen Donnschtig mit dem Rathaussturm und Narrenbaumsetzen die Macht im Städtle.

Zunftmeister Dominik Neher konnte sich, bevor er die närrische Macht an sich riss, freuen: Nachdem er im Vorjahr die gastronomische Malaise angeprangert hatte, war das Kurhaus dank der Genossenschaftsgründung in diesem Jahr zum närrischen Hotspot geworden, wo die Zunft ihre Veranstaltungen abhalten kann und mit dem Sportlerball an diesem Wochenende auch das Ball-Event steigen wird. Und dazu auch ist – wenigstens an diesem Gumpigen – mit dem für einen Tag geöffneten „Dudelsack– dank des Fanfarenzuges – ein Silberstreif am Horizont erschienen.

„Werrat Genossa, dann kennat´r genießa!“

Für die Kurhaus-Genossenschaft machte er – ganz außerhalb der Reimform, aber durchaus sinnig – Werbung: „Werrat Genossa, dann kennat´r genießa!“ Ein kleines Problem gelte es aber noch zu lösen: Auf dem Weg zum Kurhaus müsse man zuerst noch eine intakte Brücke im Kurpark finden.

Er fragte sich, ob das Geld dafür wohl im neuen Badehaus versunken sei? Lustvoll nahm er auch noch den geplanten Turm im Ried aufs Korn, wo man dann die Zauneidechse aus 40 Meter Höhe anglotzen dürfe.

Alexandra Scherer gibt den Narren Regierungsratschläge

Trotz gewissen Widerstandes von Bürgermeisterin Alexandra Scherer bekamen die Narren dann doch den Rathaus-Schüssel in die Hände. Sie meinte zu dem Rathausansturm der Narren, sie hoffe, dass die Narren ausgeruht sind, „denn Arbat geit´s no grad gnug“. Schön wäre es, wenn sie in ihrer Regierungszeit bis Aschermittwoch doch gleich mal das Erdgeschoss des Herzens der Stadt sanieren würden.„Dann könnted dia Bürger wieder ins offene Hause flaniera, des wär für mi a große Freid, denn I mag um mi rum viele nette Leit.“ Photovoltaik auf allen Dächern und Flächen, in Sachen Klimaschutz würde die Stadt nun richtig Gas geben, „aber do werrat Ihr jetzt sicher neue Maßstäbe setzen.“ Mit jeder Art Erneuerbaren würde die Energiewende gelingen, nur bat sie darum, das Ried zu verschonen, um das Europa-Diplom nicht zu gefährden.

Der Chief gibt die Kommandos

Dann war es an Franz-Josef Maier, genannt „Chief“, den Zimmerleuten – darunter auch eine Zimmermannsfrau (?) / ein weiblicher Zimmermann (?) – die, angeführt vom Fanfarenzug, den Narrenbaum zum Rathaus gebracht hatten, Kommandos zum Aufrichten desselbigen zu geben. Maier, ein gelernter Zimmermann, sang zunächst das Hohelied aufs Zimmerer-Handwerk. Er gab die Kommandos dann – als Gemeinderat ja selbst Mitglied eines politischen Gremiums – natürlich nicht ohne politische Seitenhiebe. „Viele dend heit Bleistift spitza, dagweis auf dem Arsch romsitza, höchschdens no beim Essa schwitza ond au sonschd it arg viel nütza.“ Nachdem die große Schar an Zimmerer in diesem Jahr schneller als erwartet den in den Stadtfarben gehaltenen Narrenbaum in seinem Loch versenkt hatte, gab Maier noch eine Strophe zum Besten, die er vor bereits 20 Jahren geschrieben hatte: „Des Leaba wird saumäßig teuer, wenn des no lang so weitergaht, verreckt des Geld mitsamt dem Staat.“

Dann verriet er noch sein bisher geheimes Chief-Mantra: „Wo ich bin, ist es schön. Wo ihr seid, ist es schön. Wo ist es heute schön, in Wurzach ist es schön!“ Wer dieses Mantra dreimal am Tag aufsage, werde die Energie spüren, die dem Leben eine unglaublich positive Wende geben werde.

Mit dem traditionellen Zimmermannsklatsch und einem weiteren Stück des Fanfarenzuges endete das wieder alljährlich wiederkehrende Ritual. Dann war es Zeit für den Umzug der kleinen und großen Narren zum Kurhaus, wo die Narrenzunft bereits im närrisch dekorierten Saal auf die kleinen Narren wartete, um bei Spaß,Tanz und Spiel, Getränken und kleinen Snacks den Gumpigen Donnschtig ausklingen zu lassen.

Viele Fotos sehen Sie in der Bildergalerie.



BILDERGALERIE

Fotos: Uli Gresser

NEUESTE BEITRÄGE

Bad Wurzach
Projekt „Digitalpate“ gemeinsam mit dem Salvatorkolleg

Seniorenrat organisiert Hilfe bei der Benutzung von Internetgeräten

Bad Wurzach – Der Stadtseniorenrat Bad Wurzach bietet in Zusammenarbeit mit dem Salvatorkolleg eine wöchentliche Sprechstunde zur Lösung von Bedienungsproblemen mit dem Smartphone, Tablet oder Laptop an.
Leserbrief

Viel Weihrauch auf die städtische Seele

Zum Bericht „Wie aus einer Kurklinik ein Gesundheitshotel wurde“ (DBSZ vom 12. April)
von Erhard Hofrichter
veröffentlicht am 13. April 2025
Erweitertes Angebot

Der Biergarten beim „Torfstecher“ ist eröffnet

Bad Wurzach – Am 11. April wurde der Biergarten des „Torfstechers“ eröffnet. Dieser wird aus einem Selbstbedienungs-Verkaufsstand im Außenbereich betrieben, mit einer eigenen Biergarten-Speisekarte und Flaschengetränken.  „Besonders freuen wir uns, unseren Gästen mit einem modernen Pagersystem (digitale Information) den Aufenthalt noch komfortabler zu machen; sobald das Essen bereit ist, werden Gäste per Pager benachrichtigt – so lässt sich die Zeit entspannt mit einem kühlen oder warmen G…
Der SV Arnach hat 1028 Mitglieder

Simone Brandl 30 Jahre im Ehrenamt, Willi Gut und Anton Brauchle 60 Jahre dabei

Arnach – Am 28. März hielt der SV Arnach seine ordentliche Mitgliederversammlung im Vereinsraum (Alte Schule) in Arnach ab. Vorstand Berthold Schöllhorn begrüßte alle Ehrenmitglieder, das Vorstandsteam, Abteilungsverantwortliche, Übungsleiter sowie alle Aktiven und Passiven. Des Weiteren begrüßte er den neu ins Amt gewählten Ortsvorsteher Manfred Braun, die Vertreter des Fördervereins Sportjugend Arnach sowie die Vertreter der örtlichen Vereine.
Neu im Ried in Bad Wurzach

Naturschutzzentrum erhält Spende und lässt damit Relax-Liegebank aufstellen

Bad Wurzach – Sabine Krüger, wissenschaftliche Bibliothekarin an der Landesbibliothek in Stuttgart und ihr Mann Jochen, ehemaliger Biologielehrer am Gymnasium Bad Waldsee, sind vor einigen Jahren von Stuttgart nach Bad Waldsee gezogen.
ANZEIGE

MEISTGELESEN

Bad Wurzach
Kommentar

Verhandeln!

Verdun 1916. Riesige Heere liegen sich gegenüber. Kämpfen um jeden Meter. Mal gerät ein Hügel in die Gewalt der einen Seite; mal wird er von den Anderen zurückerobert. Monatelang geht das Gemetzel. Am Ende sind 400.000 Soldaten tot und geändert hat sich – nichts.
von Gerhard Reischmann
veröffentlicht am 5. Oktober 2023
Einstimmiger Beschluss

Ortschaftsrat lehnt Flüchtlingsunterbringung in der „Kanone“ ab

Arnach (rei) – In der alljährlichen Haushaltssitzung des Ortschaftsrates Arnach steht normalerweise die Vorstellung des städtischen Etats für das angebrochene Jahr im Mittelpunkt. Diesmal, am 8. Januar, kam es anders.
Leserbrief

Windkraft: Eine Hoffnung nicht nur für Wurzacher

Zum Beitrag „Windkraft am Ried: der Wert des Moores“
von Lukas Häfele
veröffentlicht am 6. Oktober 2023
Vor 25 Jahren gestorben

Inge Aicher-Scholl – die Frau, die der Erstarrung entgegentrat

Leutkirch-Rotis (rei) – Vor 25 Jahren starb Inge-Aicher-Scholl. Unvergessen ist sie – klingt paradox – als Kämpferin für den Frieden. Ein Vierteljahrhundert lang lebte sie in Rotis, einem idyllischen Weiler bei Leutkirch, den sie und ihr Mann Otl Aicher zu einem Sammelpunkt für Kreative gemacht hatten. Christine Abele-Aicher, die Schwiegertochter, hat 2012 ein Erinnerungsbuch herausgebracht, das in die Hand zu nehmen immer wieder lohnend ist.
von Thomas Vogel
veröffentlicht am 12. Oktober 2023
Leserbrief

Die Bürger werden getäuscht

Zur Diskussion um Windkraft
von Dr. Wolfgang Hübner, Bad Wurzach
veröffentlicht am 13. Oktober 2023

TOP-THEMEN

Bad Wurzach
Gedanken zu Ostern Von Bernhard Müller Kann man einem anderen zeigen will, dass er sich irrt, muss man beachten…
Bad Wurzach – Unter dem Motto „Wer steckt dahinter?“ organisiert der Handels- und Gewerbeverein Bad Wurzach für seine M…
Wolfegg – Vor Kurzem wurde die Ausstellung „1525 – Bauernkrieg in Oberschwaben“ im Bauernhausmuseum in Wolfegg eröffnet…

Einzelhandel, Dienstleistungen und Handwerk in Allgäu-Oberschwaben

ANZEIGE
ANZEIGE

VERANSTALTUNGEN

Bad Wurzach