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Ehrengastempfang

Auftakt zum großen Chadaloh-Jubiläum



Foto: Uli Gresser
Die Bad Wurzacher Narrenzunft, hier Zunftmeister Dominic Neher (Mitte) waren vor 50 Jahren Pate bei den Haidgauern. Links ZM Daniel Wassner.

Haidgau – Am frühen Freitagabend (21.02.), eröffnete die Narrenzunft Chadaloh Haidgau mit einem Ehrengastempfang im katholischen Gemeindehaus die Feiern aus Anlass ihres 50-jährigen Jubiläums.

Zunftmeister Daniel Wassner konnte neben der Ortsvorsteherin Ernestina Frick und Karl-Heinz Buschle als Vertreter von Bürgermeisterin Alexandra Scherer auch die beiden Ehrenzunftmeister Franz Ritscher und Doris Bendel sowie weitere Ehrenmitglieder begrüßen. Danach bat er die Versammlung, sich für eine Gedenkminute für die verstorbenen Mitglieder zu erheben.

Jubiläumsorden

Die ersten, die ihre Jubiläumsorden, quasi die Eintrittskarte für die Festivitäten, in Empfang nehmen durften, waren die Ehrenmitglieder wie etwa Franz und Juliana Ritscher oder das Chadaloh-Urgestein Anton Moser.

Grußwort von Karl-Heinz Buschle

Karl-Heinz Buschle vertrat bei dem Empfang Bürgermeisterin Alexandra Scherer. Es sei für ihn eine große Freude und Ehre, da seine Oma und sein Vater waschechte Haidgauer gewesen seien. Darauf sei er stolz. Es sei toll, dass die Haidgauer vor 50 Jahren die Narrenzunft gegründet hatten und der Verein sich so in die Dorfgemeinschaft integriert hatte und das ganze Jahr über, auch außerhalb der Fasnetszeit, immer wieder positiv in Erscheinung trete. „Das verdankt Ihr auch den jeweiligen Zunftmeistern. Mitinitiator und langjähriger Zunftmeister war ja Franz Ritscher – von 1975 bis 1997 führte er das Zepter – und ihr seht aus einem ausgedienten Zunftmeister haben wir einen guten Ortsvorsteher gemacht.“ Die Haidgauer seien ihrer Zeit voraus gewesen, als sie Doris Bendel auch ohne Frauenquote zu ihrer Zunftmeisterin gemacht hatten. Das finde er sympathisch und toll. Er lobte Daniel Wassner, der seit 20 Jahren die Geschicke der Narrenzunft in Haidgau lenkt, und dachte gleich mal laut: „Vielleicht wird ja dann aus Dir auch einmal ein guter Ortsvorsteher?“

Grußwort von Ernestina Frick

Die Ortsvorsteherin Ernestina Frick berichtete in ihrem Grußwort, sie habe sich bei ihrem Vorgänger im Amt und Gründungsmitglied der Chadalohs erzählen lassen, wie es dazu kam. Fasnet sei in Haidgau schon immer gefeiert worden. „Aber eine Zunft mit historischen Figuren als Vorlage gab es erst, als sich die richtigen Leute im Cafe Heideblick Gedanken machten. „Do sieht ma mol wieder wie wichtig die örtliche Gastronomie isch .“ Eine gute Idee auf eine Klotüre geschrieben sei erfolgreicher als eine schlechte im Plenarsaal. Die Zunft habe sich zum echten Erfolgsmodell entwickelt, das sie ohne das Zutun von Hans und Sigrid Kohler und Tochter Iris wohl nicht geworden wäre. Franz Ritscher als erster Zunftmeister wäre ohne seine Ehefrau Juliana auch nicht so weit gekommen wie Doris Bendel als seine Nachfolgerin ohne ihren Ernst, der das Maskenschnitzen für die Zunft übernahm. Und auch Daniel Wassner wäre ohne seine Sonja und später seinen Kindern Annalena und Lukas nicht soweit gekommen. In diesen 50 Jahren seien es viele Namen gewesen, die mitgeholfen hätten, aus einer kleinen Zunft einen großen Verein zu machen. „Euch allen möchte ich ganz besonders danken.“

Besondere Würdigung durch den Obersten Narrenmeister

Eine besondere Würdigung erfuhr die Zunft, dass der oberste Narrenmeister des ANR, Markus Stark, eine Laudatio auf die Chadalohs hielt. Er sagte allgemeingültig, wer etwas erreichen möchte, der muss sich auch dafür einsetzen und darf nicht resignieren. Hier erwähnte er die Gründungsmitglieder, „die nach Ideen und Worten die Gründung in Angriff genommen hatten.“ Er dachte da insbesondere an die erste Vorstandschaft: Franz Ritscher als Zunftmeister, Sigrid Kohler als seine Stellvertreterin, Ottmar Schwarz, Erika Schwarz, Rita Jäger, Josef Konrad und Hans Münsch. Hans Kohler, der gemeinsam mit seiner Frau Sigrid die ersten Entwürfe zeichnete und ohne Juliana Ritscher wäre gar nichts gegangen, die dann die ersten Häser geschneidert hatte. Die einzigen, die im Mittelalter ungestraft die Wahrheit sagen durften, waren die Hofnarren. „Bei den ganzen Narrheiten, die sich die Herrscher unserer Welt erlauben, hätten diese sich lieber dieser Tradition gewidmet und erst einmal die Worte und nicht die Waffen sprechen lassen.“ Im Rottweiler Narrenmarsch ist der Satz verewigt: „Allen zur Freud und niemand zum Leid“. Dies sei ein Satz, der nicht eingehalten werden könne, denn es jedem recht zu machen gehe nicht und es sei auch der falsche Ansatz. Dieser Satz solle nicht als gegeben angesehen werden, sondern als Ziel. Die Narrenzunft Haidgau käme diesem Ziel sehr nahe. Ganz besonders ging der Präsident auch auf den Narrenruf der Hoigamer ein. Ihm war die Ähnlichkeit zum Wurzacher „Worum-Dorum“ aufgefallen. Er sieht das Wieso-Awaa gewissermaßen als Weiterentwicklung an. „Aber während ein Dorum keine Widerrede mehr zulässt, ist ein „Awaa“ doch freundlicher.“ Es strahle mehr Lebensfreude aus und damit das, was die Narren in der Fasnet vermitteln möchten.

Bericht der Chronistin Jasmin Zupfer

Die Chronistin Jasmin Zupfer warf in einer kleinen Zusammenfassung einen Blick auf diese 50 Jahre, die von den bisherigen Vereinschronisten handschriftlich und lückenlos (!) festgehalten worden war. Von der Mitgliederwerbung auf dem stillen Örtchen im Cafe Heideblick bis zu den Ereignissen im vergangenen Jahr wurde alles in den Chronik-Büchern festgehalten. Die dann die Grundlage bildeten für die Festschrift, die von Jasmin Zupfer redigiert und von Carolin Kopf gestaltet wurde.

Patenzünfte

Nach den verdienten Mitgliedern galt es die Patenzünfte zu würdigen. Da waren zum einen – naheliegend – die Wurzacher Riedmeckeler unter ihrem damaligen Chef Karl „Kafi“ Fimpel, die mithalfen, den kleinen Samen zur Blüte zu bringen. Und die Daniel Wassner an diesem Abend versehentlich ums Haar vergessen hätte zu begrüßen. Da war die Baienfurter Henkerhaus Zunft, die als Gastgeschenk ein wunderschönes Banner mitgebracht hatte und die Narrengilde Reute, die mithalfen, die Haidgauer Narren auf die Beine zu bringen. Aber die Haidgauer selbst haben mit Dornstadt und Vogt zwei Zünfte, denen sie auf die ANR-Beine halfen.

Vereinsvertreter

Bei den Veranstaltungen der Narrenzunft sind immer wichtige Helfer die Vereine der Vereinsgemeinschaft. Daher wurden zu dem Empfang zum einen der Vorsitzende der Gemeinschaft, Robert Dimmler, eingeladen, zum anderen auch die Vereinsvertreter von (natürlich) der Schalmeien, der Feuerwehr, der Schützen, der Haidgauer Sippe, der Oldtimer-Freunde und der Sportgemeinschaft eingeladen.

Der Maskenschnitzer Ernst Bendel

Ebenfalls ein sehr wichtiger Mann für eine Narrenzunft: der Maskenschnitzer. Ernst Bendel, Gatte von Ehrenzunftmeisterin Doris leistet – wie man den handwerklich hervorragend gearbeiteten Larven der Chadaloh sieht – seit Jahrzehnten Großartiges.

Mit Ehrmanns Bussen

Beinahe einmal rund um die ganze Welt hat das Busunternehmen Ehrmann die Haidgauer Narren in den 50 Jahren sicher kutschiert, deswegen wurden Ute und Stefan Ehrmann mehr als zurecht zu dem Empfang eingeladen. Diese gaben das Kompliment postwendend zurück: „Die Haidgauer Narren sind die saubersten, da braucht man hinterher kaum putzen.“

Daniel Wassner beendete den Empfang mit dem Spruch: „Kommet mit ihr Narra, hond a Freid, S´Leaba dauert koi Ewigkeit.“

Damit machten sich die Gäste, musikalisch begleitet von den Stroaßa Hup´rauf zur Festhalle, wo zunächst der Narrenbaum gesetzt wurde und danach in der Halle der bei Freundschaftstreffen übliche Brauchtumsabend über die Bühne ging.
Text und Fotos: Uli Gresser

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Fotos: Uli Gresser

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